Der sauberste Müllwagen der Welt kurvt ab 2019 durch Hamburg. Selbst die für ältere Dieselfahrzeuge gesperrten Straßen in der Hansestadt darf er passieren. Denn er stößt keinerlei Schadstoffe aus, nicht einmal Kohlendioxid. Das Fahrgestell hat Volvo gebaut. Angetrieben wird es von zwei Elektromotoren, die eine Maximalleistung von 370 Kilowatt 503 PS) haben. Die Dauerleistung liegt bei 260 kW also knapp 354 PS.


@Volvo

Batterien passen sich dem Entsorgungsweg an

Den Aufbau des Volvo FL Electric liefert FAUN Umwelttechnik aus Osterholz-Schwarmbeck. Die Trommel, in der der eingesammelte Müll verdichtet wird, hat ebenfalls einen Elektroantrieb, ebenso wie die Hebekonstruktion, die die Mülltonnen oder Müllcontainer schnappt und auskippt. Die Energie liefert ein Lithium-Ionen-Batteriepack mit unterschiedlichen Kapazitäten. Damit lässt sich die Reichweite an die Länge der Entsorgungswege anpassen. Außer dem Volvo-Müllsammler stellt auch Renault ein voll elektrisches Fahrzeug auf der Internationalen Automobilausstellung Nutzfahrzeuge in Hannover vor, die bis zum 27. September 2018 dauert. Der Renault ist ebenfalls mit einem Faun-System ausgestattet, allerdings mit einem E-Variopress. Dahinter verbirgt sich eine hydraulisch betriebene Presse, die den Müll verdichtet.


Ganz leise, wenn sie unterwegs sind

Beide Fahrzeuge sind nicht nur emissionsfrei – zumindest dort, wo sie unterwegs sind. Sie sind auch sehr leise, wenigstens während der Fahrt. Das Einsammeln und Auskippen der Tonnen und Container ist nach wie vor alles andere als lautlos. Faun hat sein Konzept bereits im Mai vorgestellt. Das Fahrzeug der Niedersachsen ist ebenfalls voll elektrisch. Ein Teil des Stroms kommt aus den Bordakkus. Wenn diese leer sind schaltet der Computer auf Brennstoffzellenbetrieb um. Diese werden mit Wasserstoff betrieben, der in Drucktanks ebenfalls an Bord ist. Dadurch lassen sich Reichweiten erzielen, wie sie auf dem Land typisch sind.

Energie gespart und Feinstaub verhindert

Müllfahrzeuge fahren oft nur wenige Meter, um dann wieder abgebremst zu werden. Die Energie geht verloren. Nicht jedoch bei den Elektrofahrzeugen. Diese bremsen mit Hilfe der Motoren ab, die zu diesem Zweck auf Generatorbetrieb umgeschaltet werden. Dabei wird Strom erzeugt, der die Batterien wieder auflöst. Die ebenfalls installierten Scheibenbremsen müssen lediglich bei scharfen Bremsmanövern eingesetzt werden. Das bedeutet, dass Elektrofahrzeuge praktisch keinen Feinstaub durch Abrieb von Bremsklötzen und -scheiben produzieren – ebenfalls ein Problem in den Städten.

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