In vielen Städten weltweit – von der Tech-Hochburg San Francisco bis zum altehrwürdigen Wien – erfreuen sich Elektro-Tretroller bereits großer Beliebtheit. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass eine Vielzahl von Startups entsprechende Verleihsysteme aufgebaut hat. Kunden können sich dort in sekundenschnelle einen Tretroller leihen und diesen nach der Fahrt einfach wieder abstellen. In Deutschland allerdings gibt es solche Systeme noch nicht. Der simple Grund: Weil es an einer entsprechenden Verordnung fehlte, ist die Nutzung der Elektro-Tretroller bisher hierzulande nicht erlaubt. Selbst wer ein solches Gefährt unter dem Weihnachtsbaum hatte, darf es aktuell theoretisch nur auf privatem Gelände nutzen. Dies wird sich aber bald ändern: Verkehrsminister Andreas Scheuer hat die notwendige Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung autorisiert.


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Mit bis zu zwanzig Stundenkilometern auf der Straße

Demnach sollen nicht nur die beliebten Tretroller mit Elektroantrieb erlaubt werden, sondern auch entsprechende Skateboards. Hier hatten die zuständigen Beamten lange Bedenken angemeldet. Denn ohne Lenkstange und Handbremse sahen sie die Sicherheit der anderen Verkehrsteilnehmer gefährdet. Letztlich entschied sich der Minister aber für eine weitgehende Liberalisierung: Sowohl Skateboards als auch Tretroller dürfen zukünftig mit maximal zwanzig Stundenkilometern auf der Straße oder dem Fahrradweg gefahren werden. Ein spezieller Führerschein wird nicht benötigt. Eine Hintertür haben sich die Beamten allerdings noch offen gelassen. Bei der Zulassung der Elektro-Boards handelt es sich um eine Art Praxistest. Sollten zu viele Unfälle passieren, könnte die Genehmigung unbürokratisch wieder widerrufen werden. Erste Auswertungen aus anderen Ländern scheinen zumindest auf einen Anstieg der Unfallzahlen hinzudeuten.

Investoren haben viele Millionen in die Branche investiert

Die Zulassung in Deutschland ist auch für zahlreiche millionenschwere Startups von Interesse. Denn in den Vereinigten Staaten hat unter anderem die Firma Lime mit dem Verleih der E-Tretroller zahlreiche Investoren angezogen – was zu Nachahmern auf der ganzen Welt führte. Inzwischen gibt es eine hohe einstellige Zahl an Startups, die auf den Markt drängen und bei denen namhafte Geldgeber im Hintergrund aktiv sind. Zuletzt allerdings hatte sich die Euphorie ein wenig abgebremst. Denn während die Geschäftszahlen im Sommer noch beinahe unglaublich gut aussahen, gingen die Nutzerzahlen im Winter – insbesondere in eher kälteren Gebieten – doch signifikant zurück. Es bleibt daher abzuwarten, ob der Tretroller-Verleih tatsächlich ein so gutes Geschäft wie erwartet wird. Als bisher noch unerschlossener Markt dürften die deutschen Millionenstädte für die Startups aber von erheblichem Interesse sein.


Via: Der Spiegel

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