Elektromobilität ist ein heißes Thema und gilt als das Mobilitätskonzept der Zukunft. Und das nicht nur auf der Straße. Die Fachmesse „Boot“ in Düsseldorf zeigte, dass der Elektroantrieb auch bei deutschen Bootsbauern mehr im Kommen ist. Bei der Elektromobilität auf dem Wasser gibt es aber noch einige Herausforderungen zu bewältigen.


Boot Strom
Foto: North Sailing

Elektrische Außenborder: Ein deutscher Hersteller bestimmt den Markt

Interessant sind Elektroantriebe vor allem im Bereich Außenborder. Wenn es um elektrische Außenborder geht, führt nichts an der deutschen Firma Torqeedo vorbei. Diese ist weltweit Marktführer und hat einen Umsatz von 25 Millionen Euro. Der des nächstgrößeren Anbieters liegt etwa 22 Millionen niedriger. Genaue Verkaufszahlen existieren aber nur für Benzin-Außenborder. Geschätzt wird, dass der Marktanteil von E-Außenbordern am Außenborder-Markt bei unter drei Prozent liegt. Das Potential aber ist vorhanden und ziemlich groß.

Torqeedos Geschäftsführer Christoph Ballin glaubt, dass es mit der Elektromobilität nur nach vorne gehen kann. Deshalb möchte Torqeedo in Sachen Elektromobilität auf dem Wasser den Abstand zur Automobilindustrie aufholen.


Beim schnellsten Elektroboot der Welt ist Torqeedo jedoch nicht beteiligt. Dieses stammt von der Bootswerft Say aus Baden-Württemberg und bringt 360 Kilowatt Leistung – etwa 490 PS. So kann das Boot Say 29E eine Geschwindigkeit von bis zu 89 km/h erreichen. Da Torqeedos Systeme diesen Anforderungen nicht gewachsen waren, wird das Say 29E von Motoren und Batterien des österreichischen Hersteller Kreisel Electric angetrieben. Mit deren Technologie könne man im Sportmodus etwa eine Stunde lang mit 48 km/h fahren. Mit Hilfe eines GPS-Systems wird der Bootsführer gewarnt, bevor die Energie nicht mehr für die Rückfahrt reicht.

Für das offene Meer noch ungeeignet

Für das offene Meer sind Elektromotoren bisher nur eingeschränkt zu empfehlen und sollten stets mit einem Verbrennungsmotor als Backup oder zumindest mit Solarzellen oder Hydrogeneratoren für das Wiederaufladen der Batterien unterstützt werden. Generell geht die Umstellung bei einigen Segmenten leichter als bei anderen. Bei Fähren und großen Segelyachten etwa steckt die Elektromobilität noch in den Kinderschuhen.

Dagegen gilt bereits heute auf den meisten Seen in Oberöstereich ein ganzjähriges Verbot für Boote mit Verbrennungsmotoren. Hier sind alle Boote elektrisch unterwegs, eine andere Alternative gibt es nicht. Und auch in einigen Buchten im Mittelmeer werden die europäischen Emissionsschutzgesetze wohl auch bald dafür sorgen, dass nur noch elektrische Boote unterwegs sein dürfen. Der. Vorteil dabei ist: Wenn der Zwang zu Elektrobooten von der Regierung eines Landes kommt, sorgt diese auch für die nötige Infrastruktur. Das erspart es den Herstellern, in teure Entwicklungsprojekte investieren zu müssen. Außerdem findet die meiste Innovation seitens der Batterie- und Automobilindustrie statt. Der Bootsbau kann sozusagen hinterherfahren.

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