Von der Elektromobilität als Lösung für die Zukunft sind längst nicht alle überzeugt. Neben Reichweitenproblemen wird auch oft die Tatsache als Kritikpunkt angeführt, dass die verwendeten Akkus aufgrund ihrer Fülle an Metallen und seltenen Erden die Ökobilanz der Stromer nachhaltig schädigen. Dabei kann man das auch anders sehen: Im Grunde sind Elektroautos rollende Rohstofflager. Um diesen Umstand zu nutzen, braucht es aber gute Recyclingkonzepte.


Symbolbild

Zweites Leben für Elektroauto-Batterien

In der EU ist es bereits heute verboten, Akkus aus Elektroautos einfach zu entsorgen. Mindestens 50 Prozent einer Elektroauto-Batterie müssen wiederverwertet werden. Dass das bisher nur im kleinen Maßstab passiert, liegt an verschiedenen Gründen, vor allem aber an einem ganz profanen: Es gibt nur wenige bis kaum alte Autos.

Das bedeutet auch, dass die Erfahrungen mit der Lebensdauer von Elektroautos überschaubar sind. Aber vieles deutet darauf hin, dass die Akkus langlebiger als die von Smartphones oder Tablets sind. Die Hersteller versprechen, dass die Batterien zwischen fünf und zehn Jahre lang halten und dann noch zwischen 75 und 80 Prozent ihrer Ausgangskapazität haben. Zu diesem Zeitpunkt wird ein Wechsel empfohlen.


Dieser Tausch bedeutet aber nicht, dass die alte Batterie unbrauchbar ist. Sie kann zerlegt, ausgiebig untersucht und wiederverwertet werden – beispielsweise als Energiepuffer im Stromnetz oder als Energiespeicher für Ladestromanbieter. Auch eine Wiederverwertung als mobile Lösung ist denkbar. Diesen Weg geht Nissan. Das Unternehmen will künftig Batteriepacks aus gebrauchten Nissan-Leaf-Batterien anbieten. So können locker noch einmal fünf bis zehn Jahre aus den Batterien rausgeholt werden.

Noch ist Recycling in der Praxis schwierig

All das bedeutet, dass wir im Grunde erst in zehn bis zwanzig Jahren mit großen Altakkuwellen rechnen müssen. Aber schon heute landen Elektroauto-Akkus im Recycling, etwa wenn sie von kommerziellen Unternehmen so intensiv genutzt wurden, dass sie vorzeitig gealtert sind. Und hier tun sich noch Probleme auf: Das Recycling ist teuer und mühsam. Akkus sind Gefahrgut, was bereits ihren Transport problematisch und teuer macht.

Zerlegt werden die Akkus dann von Hand. Um diese Aufgabe zu automatisieren, bräuchte man einheitliche Akkustandards. Von diesen sind wir noch weit entfernt. Außerdem wird bei der Entwicklung nur bedingt an das Recycling gedacht, was darin resultiert, dass einzelne Komponenten teils nur schwer trennbar sind. Die Rückgewinnungsrate für die einzelnen Materialien liegt im Schnitt bei etwa 50 Prozent. Der Hersteller VW arbeitet jedoch im Moment daran, diese Quote auf 97 Prozent hochzudrücken.

Recycling ist für die Elektromobilität von wesentlicher Bedeutung. Es verbessert die Ökobilanz der Fahrzeuge, senkt die Kosten und verringert auch die Abhängigkeit vom Nachschub an Rohstoffen. Somit haben die Akkus auf dem Müll nichts zu suchen.

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