Es gibt durchaus gute Argumente dafür, ein Elektroauto zu kaufen. Aber vor allem eines spricht auch dagegen: Wer an öffentlichen Ladesäulen laden will, der sieht sich mit einem Chaos konfrontiert, das den Spaß am Elektroflitzer schnell verdirbt.


Symbolbild

Ladesäulen-Chaos

Elektroautos sind auf dem Vormarsch. Die Modellauswahl wird 2020 noch einmal deutlich größer. Und auch das Reichweitenargument zählt zumindest in den Nutzungsszenarien vieler Menschen inzwischen nicht mehr. In ganz Deutschland gibt es inzwischen mehr als 20.0000 Ladepunkte. Das ist noch nicht genug, aber dennoch bereits ein beachtlicher Wert.

Eines aber steht dem Durchbruch der Elektromobilität noch entgegen: Das Laden an elektrischen Ladepunkten ist eine Erfahrung, auf die man gerne auch verzichten kann. Wer privat oder bei der Arbeit laden kann, der kann den Kauf eines Elektroautos in Erwägung ziehen. Diejenigen, die auf öffentliche Ladepunkte angewiesen sind, haben allerdings ein Problem.


Es ist inzwischen glücklicherweise nicht mehr notwendig, mit jedem Stadtwerk einen Vertrag für das Laden abzuschließen. Stattdessen gibt es Roaming-Anbieter, bei denen unterschiedliche Säulenbetreiber eine gemeinsame Ladekarte akzeptieren. In der Theorie ist das gut. Nur gibt es leider nach wie vor keinen Roaming-Anbieter, der europaweit akzeptiert wird.

Die größten Roaming-Anbieter heißen Chargemap, New Motion und Plugsurfing. Mit deren Ladekarten und Schlüsselanhängern lassen sich Ladevorgänge einfach durch Anhalten an die Säule einfach starten. In der Praxis funktioniert das leider nicht immer – zeitraubende Probleme an der Ladesäule sind keine Seltenheit.

Und selbst wenn es funktioniert: Wer wirklich in ganz Europa unterwegs sein will, der muss mehrere Ladekarten und Schlüsselanhänger mit sich rumtragen. Ganz zu schweigen von den ganzen Smartphone-Apps.

Intransparente Preismodelle

Und auch bei der Abrechnung erwarten den Elektroauto-Fahrer Überraschungen. Statt in Kilowatt wird nicht selten pauschal oder nach Zeit abgerechnet. Besonders letzteres wird bei langsam ladenden Autos schnell sehr teuer. Ganz davon abgesehen, dass es sich um eine ungerechte Abrechnungsform handelt, da Elektroautos unterschiedlich schnell laden. Unterm Strich entstehen beim Laden an öffentlichen Ladepunkten Kosten zwischen 0,27 und 0,89 Euro pro Kilowatt.

Gute Lösungen für die Problematiken wären möglich. So könnten etwa Zahlungsinformationen in den Autos selber hinterlegt und beim Kontakt mit der Ladesäule abgefragt werden. Solchen Lösungen steht aber der heterogene Markt entgegen, auf dem sich zahllose Anbieter tummeln.

Aber ein Anfang ließe sich machen: Transparente Preismodelle und eine möglichst große Akzeptanz der Ladekarten würde das Ganze schon wesentlich angenehmer gestalten. Derartige Änderungen auf den Weg zu bringen, liegt indes in der Hand der Anbieter.

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