Vor allem in den Industrieländern ist Elektromobilität gerade schwer im Kommen. Die Zahl der zugelassenen Elektroautos steigt weltweit schnell an, und das globale Wachstum auf dem Markt beträgt fast 75 Prozent pro Jahr. Elektrische Autos gelten als wichtige Säule für die Mobilität der Zukunft. Allerdings werden nun ethische Zweifel an der Herstellung der Stromer laut – genauer gesagt geht es um die Batterien, die in den Elektroautos verbaut werden.


Zweifelhafte Herkunft von Rohstoffen

Für die Herstellung der Batterien für Elektroautos werden Rohstoffe wie das Metall Cobalt benötigt. Gerade für den Abbau dieses Metalls berichtet die Organisation Amnesty International allerdings von wiederholten Menschenrechtsverletzungen in den Minen, inklusive dem Arbeitseinsatz von Kindern. In diesem Zusammenhang betonte der Generalsekretär von Amnesty International, Kumi Naidoo, gegenüber dem Nordic EV Summit in Oslo, dass der Klimaschutz nicht auf Kosten von Menschenrechten bekämpft werden dürfe. Es seien radikale Änderungen erforderlich, damit die Batterien in elektrischen Fahrzeugen nicht mehr mit Menschenrechtsverletzungen in Verbindung stehen.


In einem Bericht weist Amnesty International auf ernsthafte Gesundheitsrisiken sowohl für Kinder als auch für erwachsene Arbeiter in den Cobalt-Minen der Demokratischen Republik Kongo hin. Aus diesen Minen kommt etwa die Hälfte des global abgebauten Cobalts. Beobachter von Amnesty International berichten von siebenjährigen Minenarbeitern, die in den Minen teilweise mit rudimentärem Werkzeug arbeiten müssen. Dabei liege der Verdienst teilweise bei knapp einem US-Dollar am Tag.

Das Cobalt aus den Minen des Kongos wird in der ganzen Welt verkauft. Und da es in keinem Land der Welt Gesetze gibt, die die Hersteller verpflichten, die eigene Zuliefererkette zu kontrollieren, existiert aufgrund der Tatsache, dass 60 Prozent des jährlich abgebauten Cobalts in die Batteriefertigung gehen, eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass die Batterien elektrischer Fahrzeuge mit Kinderarbeit in Verbindung stehen.

Hinzu kommt, dass die Batteriefertigung zum größten Teil in China, Südkorea und Japan stattfindet, wo die Elektrizität weiterhin zu wesentlichen Teilen aus fossilen Brennstoffen stammt. Amnesty International fordert die Hersteller auf, den CO2-Fußabdruck ihrer Produkte offenzulegen.

Elektromobilität auf dem Vormarsch

Die Kontrolle der Fertigung von elektrischen Fahrzeugen wird umso wichtiger, als dass der Markt aktuell rapidem Wachstum unterliegt. Die International Energy Agency sagt voraus, dass 2030 weltweit 125 Millionen Elektroautos im Einsatz sein werden. Letztes Jahr wurden weltweit 2,1 Millionen Stromer verkauft, wobei China mit 1,2 Millionen verkauften Exemplaren der weltweit größte Markt ist. Außerdem wurden 2018 99 Prozent der elektrischen LKW, Busse, Motorräder und Motorroller in China verkauft. Der zweitgrößte Markt waren die USA mit 361.000 verkauften Elektroautos. In Sachen Marktanteil führt Norwegen die Liste an. Nahezu die Hälfte aller Neuzulassungen dort waren 2018 Elektroautos.

Das Wachstum wird noch weiter von der Tatsache unterstützt werden, dass weltweit an Verboten für die Neuzulassung von Autos mit Benzin- und Dieselmotoren gearbeitet. In Deutschland ist die für 2030 angedacht, Frankreich und das Vereinigte Königreich wollen 2040 folgen.

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1 Kommentar

  1. Leo

    30. März 2019 at 15:46

    Ich glaube da hat sich ein Fehler eingeschlichen.

    Mir wäre neu, dass Deutschland die Neuzulassung von Benzin- und Dieselfahrzeugen ab 2030 verbieten will.

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