Elektroautos werden immer beliebter. Experten sagen voraus, dass diese Entwicklung anhalten und es zu einem Elektroauto-Boom kommen wird. Die Erhöhung des Stromverbrauchs, die damit einhergeht, wird sich insgesamt lediglich minimal auswirken. Problematischer sind die Lastspitzen, die zu erwarten sind, wenn viele Menschen auf engem Raum ihre Elektroautos zeitgleich aufladen wollen. Eine Studie am Beispiel der USA untersucht die Herausforderungen, denen sich die Netzbetreiber in Zukunft durch die Stromer gegenübergestellt sehen werden. Zu den möglichen Lösungen gehört die Etablierung intelligenter Stromnetze.


Es sind von Jahr zu Jahr mehr Elektroautos unterwegs

Elektroautos gehört die Zukunft – so zumindest die Ansicht diverser Mobilitätsexperten. Sie sind leise, stoßen beim Betrieb kein CO2 aus und sind die richtigen Energiequellen vorausgesetzt sehr umweltfreundlich. Aus diesen Gründen steigt die Zahl der zugelassenen Elektroautos weltweit an. So waren etwa in den USA Ende 2016 bereits 600.000 Elektroautos zugelassen – Tendenz steigend. Auch in Deutschland steigt die Zahl der Zulassungen.


Je mehr Elektroautos es gibt, desto größer sind natürlich auch die Auswirkungen auf das Stromnetz. Dabei geht es weder um den Stromverbrauch an sich als um die Konzentrierung des Bedarfs: Da wo viele Elektroautos auf einmal geladen werden, können Versorgungsengpässe entstehen.

Matteo Muratori vom National Renewable Energy Laboratory in Golden hat die Auswirkungen der Elektroautos auf die Stromnetze am Beispiel der USA untersucht. Dabei verarbeitete er unter anderem Daten zum Energieverbrauch von Privathaushalten und zu Nutzungsmustern von PKW. Dies erlaubte ihm, die Auswirkungen unterschiedlicher Elektroauto-Quoten auf die Stromnetze zu simulieren.

Intelligente Netze könnten eine Lösung sein

Viele Nutzer von Elektroautos laden ihre Wagen zu Hause auf. Das ergibt auch Sinn, schließlich bietet es sich an, die Stromer über Nacht zu „tanken“. Von diesem Szenario ging auch Muratori aus. Das Ergebnis: Der zusätzliche Energiebedarf durch die Elektroautos hält sich in Grenzen und ist unbedenklich – selbst wenn 100 Prozent der zugelassenen Autos mit Strom fahren. Das Problem ist die räumliche Verteilung der Nachfrage. Eine örtliche Konzentration von Stromern am Netz treibt die Spitzenlast in die Höhe – ein Fakt, auf den das Stromnetz vorbereitet sein muss, was häufig aber nur bedingt der Fall ist.

Eine potentielle Lösung hat Muratori auch parat: Sogenannte Smart Grids, also intelligente Netze. Diese würden ermöglichen, das Aufladen der Fahrzeuge über Nacht so zu koordinieren, dass die Lastspitzen minimiert werden würden. Eine flächendeckende Integration solcher Netze wird es aber kurzfristig nicht geben, sondern es handelt sich um eine Aufgabe für die Zukunft.

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