Elektroautos haben immer noch mit Absatzschwierigkeiten zu kämpfen. Dies hat mehrere Gründe, unter anderem Bedenken der Kunden bezüglich der Reichweite, aber auch der weiterhin vergleichsweise hohe Preis. Was diesen betrifft, will das Verkehrsministerium aushelfen – mit mehr Geld vom Staat.


Umweltprämie soll aufgestockt werden

Eine Umweltprämie für den Kauf eines Elektroautos gibt es bereits. Jedoch wird sie zu selten genutzt. Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) betrachtet das mit Sorge. Kein Wunder, schließlich liegt es an ihm, Vorschläge vorzulegen, die Mittel und Wege zeigen, mit denen der Verkehrssektor seinen Teil zur Einhaltung der Klimaziele für 2030 beitragen kann. Sieben bis zehn Millionen Elektroautos müssen bis 2030 auf Deutschlands Straßen unterwegs sein, zumindest nach Berechnungen der Arbeitsgruppe Klimaschutz in der Mobilitätskommission des Bundesverkehrsministeriums. Scheuer will die Förderung für den Kauf neuer Elektroautos deshalb so schnell wie möglich aufstocken – am liebsten schon zur kommenden Verlängerung im Juni.


Im Kabinett stößt der Verkehrsminister damit auf Widerstand, vor allem von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmeier (CDU), der die bisherige Förderung, die Ende nächsten Monats ausläuft, unverändert bis Ende Juni 2020 verlängern will.

Seit Mai 2016 erhält jeder Käufer eines reinen Elektroautos in Deutschland 4000 Euro Prämie. Bei Hybrid-Autos sind es 3000 Euro. Getragen wird diese Förderung jeweils zu 50 Prozent vom Bund und den Autoherstellern.

Bisher weniger erfolgreich als geplant

Bis Ende April 2019 gingen beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle insgesamt 114.000 Anträge auf Förderung ein, davon etwa 75.000 für Elektroautos, 39.000 für Hybridfahrzeuge und genau 60 für Brennstoffzellen-Autos. Angedacht war, die Prämie in ihrer dreijährigen Laufzeit ungefähr 300.000 mal zu vergeben.

Die Bilanz der Umweltprämie ist daher eher dürftig. Um dies in Zukunft zu verbessern, möchte Scheuer die Prämie ab 2020 aufstocken. Diesen Vorschlag will er am Mittwoch in der Sitzung des neuen Klimakabinetts der Bundesregierung als Teil seines Konzeptes zur Förderung der E-Mobilität präsentieren.

Scheuer möchte weitere Anreize zum Kauf von Elektroautos bieten. Deshalb will er den Anteil des Bundes an der Umweltprämie für Fahrzeuge bis zu einem Kaufpreis von 30.000 Euro auf 4000 Euro verdoppeln. Autos bis zu einem Kaufpreis von 60.000 Euro sollen vom Bund mit 2500 Euro gefördert werden.

Noch weiter gehen Scheuers Pläne für den kommerziellen Sektor. Die Prämie für ein elektrisch betriebenes Taxi soll ab 2020 8000 Euro betragen.

Sowohl seitens Peter Altmeiers als auch des Finanzministers Olaf Scholz (SPD) wurde Scheuer bereits Unterstützung zugesichert. Scholz will außerdem Elektro-Dienstwagen stärker durch Steuererleichterungen fördern.

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