Besser spät als nie: Der Volkswagenkonzern ist ein bisschen verspätet auf den Elektromobilitätszug aufgesprungen, dreht jetzt aber mächtig auf. Das Unternehmen hat seine Ziele in Sachen Elektromobilität erneut massiv aufgestockt. Bis zum Jahr 2028 soll es von VW 20 reine Elektromodelle mehr als bisher geplant geben. Außerdem will der Konzern sich unter Umständen an einer eigenen Fertigung von Batteriezellen in Europa beteiligen.


Der ID Neo ist nur eines von 70 geplanten Elektroauto-Modellen von VW.

Insgesamt 70 Elektroauto-Modelle

Gestern fand in Wolfsburg die Jahrespressekonferenz des VW-Konzernss statt. Der Konzern kündigte an, bis zum Jahr 2028 70 reine Stromer-Modelle auf den Markt zu bringen. Das sind insgesamt 20 Modelle mehr, als noch vergangenes Jahr geplant war. Zudem korrigierte VW das Produktionsziel für die nächsten zehn Jahre von 15 Millionen Einheiten auf 22 Millionen. Der Anteil von Elektroautos in der Flotte von VW soll so bis 2030 auf mindestens 40 Prozent angehoben werden.

Bereits im Dezember letztes Jahr hatte Herbert Diess, der Konzernchef von VW, ein umfassendes Umbauprogramm angekündigt, mit dessen Hilfe die zukünftigen CO2-Vorgaben für Neuwagen erreicht werden sollen. VW bekannte sich umfassend zu den Klimazielen von Paris und will bis 2050 komplett CO2-neutral werden – von der Flotte über die Produktion bis hin zur Verwaltung. Dabei sei die Elektromobilität von entscheidender Bedeutung.


VW setzt voll auf Elektromobilität

Für wie wichtig man die Elektromobilität bei VW hält, lässt sich auch aus der Pressemitteilung des Konzerns herauslesen. Dort heißt es: „ Auf 200.000 Kilometer Fahrleistung gerechnet braucht ein Elektroauto über den gesamten Lebenszyklus rund 400 Wattstunden pro Kilometer – einschließlich der Herstellung. Es arbeitet damit wesentlich effizienter als andere alternative Antriebe. Der Antrieb per Strom ist drei Mal so effizient wie synthetische Kraftstoffe und auch der Brennstoffzelle deutlich überlegen. Aus unserer Sicht gibt es in der nächsten Dekade keine Alternative zur E-Mobilität.“

VW möchte mit der Elektromobilität-Offensive einen Systemwechsel einleiten. In diesem Zuge forderte Diess auch die politischen und gesellschaftlichen Kräfte auf, den Systemwechsel hin zur Elektromobilität zu forcieren. Dazu gehöre auch eine schnelle Energiewende, damit die Elektroautos mit erneuerbaren Energien betrieben werden können.

Weiterer Stellenabbau geplant

VW will aber nicht nur mehr Elektromodelle produzieren, sondern überlegt ferner, sich an einer Batteriezellenfertigung in Europa zu beteiligen. Auch in Richtung Feststoffbatterie möchte VW verstärkt forschen, da diese in den Augen des Konzerns ein enormes Potential bietet. Die Industrialisierung dieser Technologie will VW gemeinsam mit dem Partner Quantumscape angehen.

Die Umstrukturierung innerhalb des Konzerns wird allerdings auch Opfer fordern. Bei der Kernmarke VW Pkw will VW im Laufe der nächsten fünf Jahre zusätzlich 5000 bis 7000 Stellen abbauen. Dazu sollen vorerst Stellen beim altersbedingten Ausscheiden von Mitarbeitern nicht erneut besetzt werden. Außerdem will VW mehr Aufgaben automatisieren und so eine Gewinnverbesserung erzielen. Die Maßnahmen schließen sich nahtlios an ein Sparprogramm ab, das im Herbst 2016 verabschiedet wurde und bis Ende 2020 läuft. Im Zuge dieses Sparprogramms baut VW 30.000 Stellen ab, 23.000 davon in Deutschland. Im Gegenzug will der Konzern 9000 Stellen in Zukunftsbereichen wie der Softwareentwicklung schaffen. Bis 2025 seien betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlosssen.

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