Jahr für Jahr präsentieren Automobilhersteller auf dem Genfer Autosalon die neuesten Entwicklungen und Trends rund ums Auto. . Um den ID Buggy, einen elektrischen Strandbuggy, den der Konzern gestern Abend auf der Automesse vorgestellt hat, soll es hier nur am Rande gehen. Interessanter ist die Plattform, auf der dieser Buggy steht: VW will seine neue MEB-Plattform, eine Art modularen Baukasten für Elektroautos, auch für Dritthersteller öffnen und so als Standard in der E-Mobilität etablieren. Ein ambitionierter Ansatz, der den Wolfsburger Automobilkonzern – sollte er gelingen – zu einem Massenhersteller für Elektroautos machen soll.


Auch der neue ID Buggy basiert auf der MEB-Plattform.
Bild: Volkswagen

VWs Elektroauto-Baukasten auch für Dritthersteller

In erster Linie sollen die eigenen Marken (neben VW auch Audi, Seat und Skoda) die neue MEB-Plattform nutzen. Mit ihrer Hilfe will Volkswagen bis Mitte des kommenden Jahrzehnts pro Jahr drei Millionen Elektroautos herstellen. Heute sind es lediglich einige Zehntausend.

Aber auch für andere Automobilhersteller will das Unternehmen die MEB-Plattform öffnen. Dieser Schritt würde Geldmittel in die Kassen fließen lassen und dabei helfen, die mehrere Milliarden Euro betragenden Entwicklungskosten für die Plattform teilweise wieder reinzuholen. Außerdem könnte dieser Schritt dabei helfen, Volkswagen zu einem weltweiten Elektromobilitäts-Standard in der Automobilindustrie zu machen. Bis dahin ist es allerdings noch ein weiter Weg. VW wäre diesbezüglich vor allem auf starke Partner angewiesen. Bereits seit Monaten laufen Gespräche mit dem US-Konzern Ford, die bisher aber ohne Ergebnis verliefen, sodass Ford auf dem Event im Rahmen des Genfer Autosalons noch nicht als neuer Partner für die MEB-Plattform vorgestellt werden konnte.


e.Go Mobile ist VWs erster Partner

Ein kleinerer Partner ist dagegen an Bord: Der Aachener Hochschullehrer Günther Schuh betrat zusammen mit VW-Vorstandschef Herbert Diess die Bühne. Mit seinem Unternehmen e.Go Mobile will Schuh der erste Abnehmer der MEB-Plattform werden. Konkret ging es bei den Gesprächen zwischen den beiden Unternehmen darum, dass e.Go den ID Buggy in Zukunft produzieren soll und im Gegenzug Zugang zu VWs Elektrobaukasten bekommt. Das wäre für die Wolfsburger durchaus ein attraktiver Deal, da das geplante Produktionsvolumen von 5000 bis 6000 Fahrzeugen pro Jahr sich für den Konzern kaum rentabel umsetzen lässt. Experten betrachten die sich anbahnende Partnerschaft mit gemischten Gefühlen. Während die einen sie als Signal begrüßen, sehen andere in Ego einen viel zu kleinen Partner, um die MEB-Plattform zu einem Industriestandard zu machen. Für die Erfolgschancen der Plattform sei es daher von entscheidender Bedeutung, dass die Gespräche mit Ford zu einem erfolgreichen Abschluss kommen können.

Elektromobilität: VW ist auf dem Weg nach vorne

VW möchte im Jahr 2019 in Sachen Elektromobilität richtig durchstarten. Ende des Jahres soll mit dem ID Neo das erste voll vernetzte reine Elektroauto des Konzerns auf den Markt kommen, und in der ersten Phase der MEB-Plattform ist die Produktion von etwa 15 Millionen Elektroautos geplant. Bis 2023 will Volkswagen allein in die Elektromobilität ca. 30 Milliarden Euro investieren, und bis 2025 sollen dann etwa ein Viertel des Modellportfolios aus Elektroautos bestehen. Derweil läuft in Zwickau in Sachsen der Umbau eines VW-Werks vom Verbrennungsmotor auf Elektromobilität. Dort soll auch der neue ID Neo gebaut werden.

via Volkswagen

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