Keine vier Jahre ist es her, dass der Automobilkonzern Volkswagen wegen des Abgasskandals in die Schlagzeilen geriet. Die daraus resultierende Krise hat einen „Kulturwandel“ ausgelöst, wie Konzernchef Herbert Diess es ausdrückte. Saubere Mobilität, das ist das neue Schlagwort in Wolfsburg. Zu diesem Zweck hat das Unternehmen eine CO2-Strategie vorgestellt, die unter anderem vorsieht, dass die Produktion der kommenden VW-Modelle klimaneutral abläuft.


Der VW I.D. wird der erste klimaneutrale Elektrowagen von VW.

Keine CO2-Emissionen mehr ab 2050

Bis 2050, so das Ziel des Unternehmens, will Volkswagen eine Fahrzeugflotte aufweisen, deren CO2-Emissionen gen Null tendiert und die außerdem auch klimaneutral hergestellt werden. Entstehende Treibhausgasemissionen werden dabei durch Maßnahmen zum Klimaschutz ausgeglichen. „ Wenn wir dieses Ziel erreichen wollen, dann müssen die Veränderungen jetzt beginnen„, so Christian Senger, der bei VW für die e-mobility Baureihe verantwortlich ist.

Bis 2023 will VW 11 Milliarden Euro in die Digitalisierung von Fahrzeugen und Werken sowie in die CO2-neutrale Produktion bis hin zu den Zulieferern investieren. Davon sollen 9 Milliarden Euro direkt in die Elektromobilität fließen. Bis 2020 will das Unternehmen mehr als 20 vollelektrische Modelle auf den Markt bringen.


Und der Umschwung hat bereits begonnen: In Zwickau wird derzeit der herkömmliche Golf produziert, aber das Werk wird momentan bei laufendem Betrieb umgebaut. Ab Ende des Jahres soll dort der I.D. vom Band laufen, der den Beginn einer kompletten Elektro-Familie markieren soll. Bei dem Umbau wird auch darauf geachtet, so viel CO2-Emissionen wie möglich einzusparen. n den vergangenen acht Jahren konnten diese bereits um 66 Prozent gesenkt werden. Aber VW will mehr und untersucht dabei alle Möglichkeiten. Letztlich soll der I.D. klimaneutral hergestellt werden und dies für die gesamte Lebensdauer bleiben, sofern die Kunden konsequent Strom aus erneuerbaren Energien laden.

Nach Zwickau sollen dann auch andere Werke folgen, so etwa in Emden, wo aktuell der Passat produziert wird, Hannover, wo die Transporter von VW entstehen, Mlada Boleslaw in Tschechien, wo Skoda produziert sowie zwei Werke in China und das US-Werk in Chattanooga, Tennessee.

Auch die Zuliefererkette soll nachhaltig werden

Neben den CO2-Emissionen der eigenen Werke wird VW auch die der Zulieferer unter Kontrolle bekommen müssen. Und bei weltweit 40.000 Zuliefer-Partnern ist das eine größere Herausforderung. Aber VW hat sich vorgenommen, die gesamte Wertschöpfungskette in Hinblick auf die CO2-Emissionen und auf die Sozialstandards nachhaltig zu gestalten. „ Nachhaltige Lieferketten werden ein ‚Hygienefaktor‘ werden. Lieferanten, die nicht unseren Anforderungen entsprechen, werden wir ausschließen„, so Marco Philippi, der bei VW für die Beschaffung zuständig ist.

VW hat sich damit viel vorgenommen. Denn die Stahlproduktion zum Beispiel ist aktuell noch ein sehr CO2-intensiver Prozess, der für die Fahrzeugproduktion bisher aber unentbehrlich sein wird. Ähnlich sieht es bei der Herstellung von Batteriezellen aus. Diese werden aktuell von VW größtenteils in Polen gekauft. Die dortige Stromerzeugung basiert größtenteils auf Kohle. VW zufolge sollen die polnischen Zulieferer ihren Energiebedarf künftig jedoch aus erneuerbaren Quellen decken.

VW möchte im Bereich Klimaschutz und klimaneutrale Produktion ein Vorreiter werden. Und wo sich die Ziele nicht direkt umsetzen lassen, sollen Investitionen in Klimaschutzprojekte die Emissionen ausgleichen. In mittelbarer Zukunft wird Volkswagen nun beweisen müssen, dass nicht nur das schlechte Image aufpoliert werden soll, das der Abgasskandal mit sich brachte.

 

via Volkswagen

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