In Luzern, Zug und einigen andren Regionen in der Schweiz gibt es die elektronische Busspur bereits. Im Kanton Aargau geht sie in Kürze in Betrieb. Sie sorgt auf zweispurigen, stark belasteten Straßen dafür, dass Busse Staus vermeiden, und das ohne eine „physische Busspur“, wie Experten sagen, also ohne die Anlage eines gesonderten Fahrstreifens, der nur von Bussen benutzt werden darf. Diese lassen sich aus Platzgründen längst nicht überall installieren.


E-Bus
Symbolbild

Busse fahren auf der linken Straßenseite

Die elektronische Busspur funktioniert so: An einigen Stellen der Straße werden in einem Abstand von 200 Metern Ampeln aufgestellt. Busfahrer, die einen Stau umgehen wollen, stellen diese Ampeln gleichzeitig auf „Rot“. Alle Fahrzeuge müssen anhalten, sodass der Bus auf der Gegenfahrbahn, die wegen der roten Ampel verwaist ist, die Autoschlange überholen kann. Wenn er wieder einschert stellt der Fahrer die Ampeln wieder auf „Grün“. Das dauert für die betroffenen Autofahrer eine Verzögerung um 30 bis 60 Sekunden, weit weniger als an den meisten beschrankten Bahnübergängen.


Verkehrsträger sind miteinander verknüpft

Im Kanton Aargau profitieren gleich drei Buslinien, die ins Zentrum der Stadt Baden unterwegs sind, von der Neuerung. Die Verkehrsplaner versprechen sich von der Einführung die Einhaltung der Fahrpläne, wichtig vor allem in der Schweiz. Hier sind die einzelnen Verkehrsträger weitgehen miteinander verknüpft. Wer mit dem Zug verreisen will nimmt den Bus oder die Bahn, um zum Bahnhof zu kommen. Nach kurzer Wartezeit kann der Reisende weiterfahren. In Deutschland sind derartige Verknüpfungen, die die Reisezeit massiv verkürzen, noch eher die Ausnahme.

2,5 Millionen Fahrgäste profitieren

„Wir brauchen keine neuen Busspuren, sondern die Vorfahrt“, sagt Beat Nater, Leiter Betrieb und Markt bei den Verkehrsbetrieben Luzern, der mittlerweile positive Erfahrungen mit der elektronischen Busspur gesammelt hat. Sie wird ausschließlich in den Zeiten aktiviert, in denen die entsprechende Straße staugefährdet ist. Jährlich sollen davon 2,5 Millionen Fahrgäste profitieren, deren Ziel das Kantonshospital ist. Verspätungen von zehn Minuten und mehr waren in der Hauptverkehrszeit die Regel. Die neue Pünktlichkeit, so glauben die Verkehrsplaner, wird viele Menschen, die normalerweise mit dem Auto fahren, in den Bus locken.

Verspätungen gehen drastisch zurück

Philipp Klingenbeck, Leiter Verkehrstechnik und Baupolizei beim Tiefbauamt im Kanton Zug, hat bereits mehr Erfahrung mit der elektronischen Busspur. „Rund 95 Prozent der Busse haben nur noch eine Verspätung von maximal fünf Minuten, so sind die Anschlüsse am Bahnhof gewährleistet“, so Klingenbeck. Früher waren es meist 20 Minuten und mehr.

via Luzerner Zeitung

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