„Sobald das Geld im Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt!“ Mit diesen Worten warben Vertreter der katholischen Kirche einst für den Kauf von Ablassbriefen. Daran wiederum entzündete sich dann der Zorn Martin Luthers, was in letzter Konsequenz zur Entstehung der evangelischen Kirche führte. Luthers Erben haben nun mit eher modernen Problemen zu kämpfen: So kann Münzgeld bei vielen Banken nicht mehr unbegrenzt kostenlos eingezahlt werden. Für die Kirchenleute ist dies problematisch, weil die Kollekte im Gottesdienst noch immer klassisch per Klingelbeutel eingesammelt wird. Zukünftig gibt es aber eine praktische Alternative: Ein Klingelbeutel, der in seinem Griff ein Bezahlterminal eingebaut hat. Dort kann kontaktlos mit der Girocard oder Kreditkarte gespendet werden – ohne dass ein PIN eingegeben werden muss.


Foto: Thorsten Wittke / EKBO

Die Eigenentwicklung wurde europaweit zum Patent angemeldet

Letzteres war den Vertretern der Kirche wichtig, um den Ablauf des Gottesdienstes so wenig wie möglich zu stören. Am Griff befindet sich zudem auch die Möglichkeit, die Höhe der eigenen Spende festzulegen. Entwickelt wurde der elektronische Klingelbeutel von der Evangelischen Kirche von Berlin, Brandenburg und der schlesischen Oberlausitz in Eigenregie. Die ersten Prototypen wurden per 3D-Drucker hergestellt und ausführlich getestet. Inzwischen wurden die ersten finalen Produkte hergestellt. Der digitale Klingelbeutel ist zudem europaweit zum Patent angemeldet worden. Ab Dezember sollen die Besucher in den Gottesdiensten dann ganz bequem bargeldlos bezahlen können. Dies wäre kein schlechtes Timing: An Weihnachten fällt die Kollekte traditionell besonders hoch aus.

Die hektische Suche nach Bargeld kann entfallen

Einen Zwang zur digitalen Spende gibt es allerdings natürlich auch weiterhin nicht. Dies war den Vertretern der Kirche bei der Entwicklung besonders wichtig. Auch deswegen wurde nicht auf bereits vorhandene Modelle für die Kartenzahlung gesetzt, sondern bewusst eine eigene Hybridlösung entwickelt. Diese sollte sich optisch so wenig wie möglich vom klassischen Klingelbeutel unterscheiden, um niemanden von seiner gewohnten Barspende abzuhalten. Für einige Gottesdienstbesucher kann die neue Funktion aber tatsächlich ganz praktisch sein. Zumindest muss nun am Sonntagmorgen nicht mehr hektisch nach Bargeld gesucht werden, um nicht mit leeren Händen vor dem Klingelbeutel zu stehen. Es dürfte zudem spannend zu beobachten sein, ob sich die Einnahmen durch den Einsatz der neuen Technik eventuell sogar erhöhen.


Via: Ekbo

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3 Kommentare

  1. Meister Lampe

    5. Juli 2018 at 16:40

    Eine „EC Karte“ gibt es bereits seit 2008 nicht mehr. Die Quelle macht es richtig, ihr falsch. Warum? Korrigiert das bitte.

  2. Meister Lampe

    5. Juli 2018 at 16:40

    P.S.: Das Ding heißt Girocard.

  3. Alexander Trisko

    5. Juli 2018 at 17:03

    Danke, ich habe das korrigiert.

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