Tesla-Chef Elon Musk hat angekündigt, die Zahl der nicht direkt bei Tesla angestellten Auftragnehmer massiv zu reduzieren. Dazu greift er zu einer drastischen Maßnahme: Er will allen nicht fest angestellten Personen den Zutritt zum Fabrikgelände entziehen. Selbiges gilt auch für die digitalen Zugangsberechtigungen im IT-Bereich. Ausnahmen sollen nur gemacht werden, wenn sich ein Mitarbeiter persönlich für die Arbeit eines nicht bei Tesla direkt angestellten Auftragnehmers verbürgt. Auch hier soll aber die Person direkt benannt werden – und nicht die dahinter stehende Firma. Hintergrund der Maßnahme ist die Beobachtung, dass sich bei Tesla ein dichtes Netz an Subunternehmen etabliert hat – die oftmals dann auch selbst noch einmal Subunternehmen beschäftigen. Solche Konstruktionen treiben in der Regel die Kosten in die Höhe.


So sieht der neue Tesla aus. Foto: Elon Musk

Wie eine russische Matroschka Puppe

Bereits vor einigen Wochen schrieb Musk daher in einer E-Mail an seine Angestellten: „Ich bin enttäuscht, zu sehen, wie viele Fremdfirmen bei Tesla miteinander verwoben sind. Oftmals ist es wie bei einer russischen Matroschka Puppe mit Auftragnehmer, Subunternehmer, Sub-Subunternehmer etc. – bevor du dann endlich jemanden findest, der tatsächlich arbeitet.“ Anschließend setzte er eine Frist von einer Woche, in der die verschiedenen Auftragnehmer unter Beweis stellen sollten, dass sie wichtige Arbeit verrichten. Offensichtlich wurde diese Deadline dann aber verlängert. Doch Musk war die Problematik weiterhin bewusst. Bei der Vorstellung der Quartalszahlen letzte Woche sagte er beispielsweise: „Die Zahl der Fremdfirmen, die Arbeiten für uns verrichten, ist wirklich außer Kontrolle geraten.“

Tesla muss die Kosten in den Griff kriegen

Offensichtlich wurden die Probleme vermutlich bei der Produktion des neuen Tesla Model 3. Aber auch in anderen Fabriken hinkt Tesla immer mal wieder den eigenen Zielen hinterher. Der radikale Schnitt wurde daher explizit für alle Standorte des Konzerns angekündigt. Hintergrund dürfte auch ein Versprechen des Firmengründers sein: Musk hatte angekündigt, dass Tesla in der zweiten Jahreshälfte mehr Geld einnehmen als ausgeben werde. Dies scheint aber nur möglich, wenn das Unternehmen die eigenen Kosten in den Griff bekommt. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, wie schwer das sein kann: Schon 2012 kündigte Musk an, Tesla werde zukünftig kein fremdes Kapital mehr benötigen. Seitdem sind aber weitere neun Milliarden Dollar in die Firma geflossen.

Via: Electrek


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