Weltweit sind mehr als 60 Millionen Menschen auf der Flucht. Sie fliehen vor Kriegen, natürlichen Katastrophen oder Verfolgung. Diese Menschen brauchen ein Dach über dem Kopf – ein Problem, dass sich nicht nur in Europa stellt, sondern auf der ganzen Welt überall dort, wo Flüchtlinge aufgenommen werden. Gerade in Ländern wie Pakistan, der Türkei oder dem Libanon, die 2015 die meisten Flüchtlinge aufnahmen, sieht es in den Flüchtlingslagern nicht gerade rosig aus. Es gibt also einen gut nachgefragten Markt für mobile Notfallbehausungen. Eine besonders ausgeklügelte Variante ist “Humanihut” aus dem Süden Australiens.


Notunterkunft mit Grundkomfort

Das Startup hat einen All-in-One-Notunterschlupf in Containerform entwickelt, der über eine Toilette, eine Dusche und sogar eine Möglichkeit zum Kleider Waschen verfügt. Auch eine Anlage zum Wasserfiltern ist vorhanden. Im nicht aufgebauten Zustand nimmt ein Standard-Container 16 Humanihuts auf, die Notfallbehausungen können also schnell und einfach transportiert werden. Der Aufbau der Wohncontainer ist extrem leicht und geht innerhalb einiger Minuten vonstatten, ganze kleine Lager könnten so innerhalb weniger Stunden aufgebaut werden.


Jeder Humanihut-Container ist 7,3 Meter lang und 2,4 Meter hoch. Auf dem Dach produzieren Solarzellen Energie für die 110 Volt Steckdosen, und im Inneren der Humanihut ist Platz für Tische, ein Waschbecken, den Wasserfilter, eine Heizung und nicht zu vergessen zwei Dreistockbetten. Jede der Behausungen bietet also Platz für 6 Menschen.

Echte Einsparungsmöglichkeit für Hilfsorganisationen

Die Humanihut ist im nicht aufgebauten Zustand lediglich 30 Zentimeter hoch. Mit einem Gabelstabler und einem kleinen Team dauert der Aufbau etwas über 5 Minuten. Nach Angaben des Herstellers dauert es etwa 1,5 Stunden, 16 der Humanihuts sowie eine Extraeinheit für Hygiene aufzubauen.

Die Wände der Humanihut sind mit einer Isolationsschicht versehen, es ist problemlos möglich, sowohl in kaltem als auch warmen Klima eine angenehme Raumtemperatur aufrecht zu erhalten. Die Lebensdauer der Einheiten wird mit mindestens 20 Jahren angegeben, was überhaupt kein Vergleich zu der kurzen Lebensdauer der gängigen Zeltbehausungen ist. Mal ganz abgesehen natürlich von den Vorteilen, wenn es um Hygiene und Komfort geht. Die Kombination aus Mobilität, einfachem Aufbau und Langlebigkeit könnte die Kosten von Hilfsorganisationen drastisch senken. Die momentan viel verwendeten Zelte müssen nämlich regelmäßig ersetzt werden. Das Humanihut-System hätte sich in einem Camp mit 50.000 Einwohnern nach 3,5 Jahren amortisiert und würde nach 5 Jahren Einsparungen von 70 Millionen Euro im Jahr bringen.

via Treehugger

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