Die Energiewende nimmt auch in Deutschland ihren Lauf. Aktuellen Zahlen des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) zufolge konnten Solaranlagen im Monat Juli genauso viel Strom erzeugen wie die Atomkraftwerke. Die Experten halten fest, dass der Erfolg nicht nur dem schönen Wetter und der starken Sonne geschuldet ist.


Kombination aus Solar- und Windstrom ist sehr effektiv

Insgesamt erreichten die beiden Energiequellen im vergangenen Monat Juli eine Produktionsmenge von 5,18 Terawattstunden. Der Fraunhofer-Experte Bruno Burger gab am Donnerstag der deutschen Presseagentur bekannt, dass das erstmalige Gleichziehen nicht nur dem schönen sonnigen Wetter geschuldet ist, sondern auch die Schließung des Atomkraftwerks Grafenrheinfeld in Bayern und die Jahresrevisionen der Kraftwerke Isar II, Gundremmingen-C und Philippsburg 2
einen Teil dazu beitrugen.


Aus den Zahlen des Forschungsinstituts gehen noch weitere neue Erkenntnisse hervor. So lieferten Solar- und Windanlagen im Juli stolze 11,7 Terawattstunden. „Das war der beste Monat für die Stromerzeugung aus Sonne und Wind aller Zeiten“, so Burger. Schließlich war es im letzten Monat nicht nur ziemlich sonnig, sondern auch windig, so dass der Rekordwert aus dem Monat März von 11,1 Terawattstunden gebrochen werden konnte. Vor allem in den Sommermonaten sind Solaranlagen in Deutschland sehr effizient. An wolkenfreien Tagen kann bis zu 12 Stunden lang Solarstrom in einer gewissen Intensität gewonnen werden. Aktuell ist die Solarstromausbeute jedenfalls recht hoch, was sehr zu begrüßen ist. Problematisch wird es nur, wenn es auf Dauer zu heiß wird. Schließlich bereitet die Hitze auch den Solarzellen Probleme, so dass diese an Effizienz verlieren. Liegt die Temperatur sieben bis acht Grad über dem Saisondurchschnitt sind Einbußen von bis zu acht Prozent die Folge. Auch Sonnenkollektoren arbeiten ab einem gewissen Hitzeniveau nicht mehr optimal.

Fossile Energieträger müssen ebenfalls reduziert werden

Deutschland verfügt insgesamt über 1,5 Millionen Photovoltaikanlagen, die eine Leistung von 39 000 Megawatt bereitstellen können. Demgegenüber stehen acht Atomkraftwerke, die wiederum 10 700 Megawatt Strom erzeugen. Erneuerbare Energien haben damit die Poleposition in Deutschland erobert und kamen 2014 bereits auf einen Anteil von 26,2 Prozent. Braunkohle und Steinkohle liegen jeweils mit 25,4 Prozent und 17,8 Prozent dahinter. Einzeln betrachtet sind die Zahlen also erfreulich. Fassen wir jedoch die beiden fossilen Energiequellen zusammen, stehen dann immer noch mächtige 43,2 Prozent den 26,2 Prozent gegenüber.

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