Windkraftanlagen sind in Deutschland weit verbreitet. Besonders in den Ebenen Norddeutschlands gehören die großen Windräder zum Alltag. Allerdings gerät die Branche unter Druck, und immer mehr Anbieter kämpfen mit roten Zahlen. Grund dafür sind unter anderem sinkende Subventionen.


Windenergie Windräder
Foto: Wind power, Håkan Dahlström, Flickr, CC BY-SA 2.0

Windkraft bringt nicht mehr so viel Gewinn wie früher

Unter den Windanlagenbauern in Deutschland herrscht momentan immenser Preisdruck, der unter anderem aus einer zunehmenden Auftragsflaute hervorgeht. Große Hersteller wie Nordex und Senvion haben im ersten Halbjahr 2018 mit starken Umsatzeinbußen zu kämpfen, die sogar zu roten Zahlen führen.

Die ganze Windkraft-Branche steckt momentan in Schwierigkeiten. Zwar werden nach wie vor viele Anlagen installiert, aber diese bringen deutlich weniger ein als früher. Der Grund dafür ist, dass statt feste Einspeisetarife nun Auktionen den Markt beherrschen – und zwar in ganz Europa. Neue Anlagen werden inzwischen eher als Auktion ausgeschrieben, was für die Besteller zwar günstiger ist, für die Hersteller aber zu einem enormen Preisdruck führt. Dies gilt vor allem für Windkraftanlagen für den Einsatz auf dem Land. Hier ist der Markt weitgehend gesättigt. Hinzu kommt, dass immer mehr Subventionsprogramme auslaufen. Aber auch der Markt für Windkraftanlagen auf dem Meer ist schwierig, da der Bau neuer Anlagen auf hoher See reglementiert und gedeckelt ist.


Der deutsche Markt ist ein besonderes Problemfeld

Besonders schwierig ist es auf dem deutschen Markt. Laut Nordex-Chef José Luis Blanco ist erst ab 2020 mit einer Erholung zu rechnen, weshalb Nordex genauso wie auch andere Hersteller in andere Märkte expandiert – unter anderem nach Brasilien, Mexiko und in die USA.

Allein Nordex musste in den ersten sechs Monaten 2018 Umsatzeinbußen von knapp einem Drittel hinnehmen, was zu Verlusten von etwa 40 Millionen Euro führte. Anderen Herstellern geht es nicht viel besser. Um konkurrenzfähig zu bleiben, müssen die Hersteller ihre Kosten senken – was oft mit Entlassungen verbunden ist. Außerdem gilt es, moderne Anlagen zu entwickeln, die die möglichen Leistungsreserven voll erschließen. Höhere Leistung macht Windkraftanlagen attraktiver, da so ein geringerer Preis je erzeugtem Megawatt Strom realisierbar ist. Weitere Ausbaupläne sind zudem von der Umsetzung der Energiewende durch die Politik abhängig – viel Windkraft kann nur umgesetzt werden, wenn es auch die Möglichkeit gibt, den erzeugten Strom in ganz Deutschland einzusetzen.

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