Energie: Schwedischer Kardiologe entwickelt ein Wellenkraftwerk

Ein Wellenkraftwerk, das das junge schwedische Unternehmen CorPower Ocean entwickelt hat, wird jetzt im Nordatlantik vor der schottischen Inselgruppe Orkney getestet. Der eingesetzte Energiewandler wurde an der Königlichen Technischen Universität in Stockholm entwickelt, die Steuerung an der Norwegischen Universität für Wissenschaft und Technik in Trondheim. Das Kraftwerk, prosaisch als C3 bezeichnet, besteht aus einer Boje aus faserverstärktem Kunststoff, die auf den Wellen tanzt. Diese Bewegung überträgt sich über eine Zahnstange auf Zahnräder, die im Zusammenspiel als Getriebe wirken. Letztlich hängt daran ein Generator zur Stromerzeugung.

Das Basispatent hält der schwedische Kardiologe Stig Lundbäck, der an einem künstlichen Herzen arbeitet. Einige der Ideen, die in C3 realisiert sind, lehnen sich an die Mechanik dieses Herzens an.

Vorbild ist die Steuerung eines Autos

Das System, das die Auf- und Abbewegung der Boje in eine rotierende Bewegung umwandelt, funktioniert wie die Steuerung eines Fahrzeugs. Am Ende der Lenkradachse befindet sich ein Zahnrad, das ein eine Zahnstange greift. Dreht sich das Zahnrad, bewegt sich die Zahnstange nach links oder rechts und nimmt die Vorderräder mit. Bei C3 bewegt sich primär die Zahnstange, die die Zahnräder rotieren lässt.

Bis zu 1000 Stromerzeuger pro Farm

Getriebe und Generatoren befinden sich in der Boje, die fest im Meeresgrund verankert ist. Das Unternehmen will ganze Kraftwerksfarmen mit bis zu 1000 Stromerzeugern bauen. Jeder soll eine Leistung von 250 Kilowatt haben. Insgesamt läge die Leistung bei bis zu 250 Megawatt. Das entspricht einem kleinen Kohlekraftwerk. Der produzierte Strom wird in einer Unterwasserstation gesammelt und per Kabel auf das Festland übertragen.

Pro Tonne soll C3 fünfmal mehr Strom produzieren als vergleichbare Wellenkraftwerke. Das Unternehmen rechnet damit, dass die Anlagen bei einer Massenproduktion so preiswert werden, dass sie wirtschaftlich arbeiten. CorPower Ocean entwickelt zudem ein Wartungssystem, das die Kosten niedrig hält, weil die Bojen nicht an Land geschleppt werden müssen. Alles wird auf hoher See erledigt.

via corpowerocean.com