Als Donald Trump den Ausstieg der Vereinigten Staaten aus dem Weltklimavertrag von Paris bekannt gab, wollten viele US-Städte und Gemeinden dies nicht akzeptieren. Sie gründeten eine Gegenbewegung und verpflichteten sich, auf freiwilliger Basis den Kampf gegen den Klimawandel fortsetzen. Ein ähnliches Bündnis von Städten mit ambitionierten Klimazielen gibt es auch in Großbritannien. Der Ansatz ist durchaus vielversprechend. Denn die meisten Maßnahmen zur Reduzierung der CO2-Emissionen müssen auf lokaler Ebene umgesetzt werden. Dass dies durchaus möglich ist, zeigt eine Studie der Organisation CDP. Dort haben die Experten mehr als einhundert Städte aufgelistet, die schon heute einen Anteil der Erneuerbaren Energien von über 70 Prozent aufweisen können. Gegenüber der letzten Erhebung im Jahr 2015 ist dies eine klare Steigerung: Damals konnten nur vierzig Städte den Zielwert als erreicht vermelden.


Energiewende bereits abgeschlossen: Die isländische Hauptstadt Reykjavik. By pjt56 (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Basel und Reykjavik stehen sogar schon bei einhundert Prozent

Mehr als vierzig Städte setzen zudem bereits komplett auf eine nachhaltige Energieversorgung. Der Anteil der Erneuerbaren Energien liegt also bei einhundert Prozent. Dabei handelt es sich längst nicht nur um Kleinstädte. Vielmehr können auch die europäischen Hauptstädte Basel und Reykjavik bereits komplett auf fossile Energieträger verzichten. In beiden Fällen stammt ein nicht unerheblicher Teil des sauberen Stroms aus Wasserkraftwerken – was geeignete geologische Gegebenheiten voraussetzt. Doch auch die Windkraft und die Solarenergie besitzen das Potential, eine vollständig nachhaltige Energieversorgung sicherzustellen. Prognosen gehen aktuell davon aus, dass bereits im Jahr 2020 die Kostenparität zwischen fossilen Energieträgern und Erneuerbaren Energien global hergestellt sein dürfte. Schon heute ist Solarstrom in einigen Gegenden die bei weitem günstigste Form der Ernergiegewinnung.

Technische Innovationen sorgen zudem für eine sinkende Nachfrage

Erleichtert wird das Ziel einer vollständig sauberen Stromversorgung zudem durch eine weitere Entwicklung: Die Nachfrage sinkt in vielen Teilen der Welt. Dies hängt mit unterschiedlichen Faktoren zusammen. So sorgen technische Neuerungen immer wieder dafür, dass in bestimmten Bereichen weniger Strom verbraucht wird. Ein gutes Beispiel dafür sind die immer beliebter werdenden LED-Lichter, die unter anderem in Indien großflächig den Energieverbrauch senken sollen. Auf der anderen Seite ist aber auch das Bewusstsein für die Problematik gestiegen. Immer mehr Firmen und Privatpersonen ergreifen Maßnahmen, um Strom zu sparen – etwa in Daimlers neuer Fabrik der Zukunft. Außerdem wird immer öfter selbst sauberer Strom produziert, indem beispielsweise Solarmodule auf dem Dach installiert werden.


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