Landwirtschaftliche Monokulturen ziehen sich mancherorts von Horizont zu Horizont: Solche Flächen sind zwar sehr praktisch zu bewirtschaften, doch sie besitzen auch eine hohe Empfindlichkeit gegen Schädlinge, Krankheiten und Unwetter. Wenn krasse Wetterphänomene wie Dürre, Starkregen und Sturm zunehmen, haben die bisherigen Ackerflächen wenig Chancen. Wir müssen uns in Zukunft wieder enger an der Natur orientieren.


Pilzernte im Waldgarten / Foto: Screenshot aus Youtube-Video s.u.

Eine Anbaufläche, die aussieht wie ein kleiner Urwald

Nicht nur Unwetter können den modernen Anbauflächen großen Schaden zufügen, auch Schädlinge haben es ohne Pestizideinsatz allzu leicht. Der essbare Waldgarten ist der derzeitigen Landwirtschaft in diesem Sinne haushoch überlegen, weil er extrem resistent ist und auf jede Wetterentwicklung vorbereitet. Im Garten des Briten Martin Crawford wachsen beispielsweise 500 essbare Pflanzen, doch das Ganze sieht eher aus wie ein kleiner Urwald als wie eine Anbaufläche für Lebensmittel. Seit dem Jahr 1994 hegt und pflegt Crawford sein kleines Paradies und ist davon überzeugt, dass dieser Garten so ziemlich jede klimatische Änderung mitmacht. Der Garten imitiert ein natürliches Ökosystem, obwohl er in großen Teilen aus Menschenhand stammt. Und die Natur kann sich ganz wunderbar selbst schützen.

Nur wenige Stunden Arbeitseinsatz pro Monat

Einjährige Pflanzen sind in der derzeitigen Landwirtschaft das A und O, doch in der Natur kommen sie kaum vor. Das ist unnatürlich, ebenso wie das Prinzip, den Pflanzen ihren ökologischen Zusammenhang zu nehmen. Im Waldgarten wachsen hauptsächlich mehrjährige Pflanzen, die miteinander agieren und sich gegenseitig schützen. Im Monat fordert diese Art von Anbaufläche nur wenige Stunden Arbeitseinsatz, das meiste funktioniert einfach von selbst. Die Ernte wird sicherlich nicht ebenso vollautomatisiert erfolgen, wie wir es derzeit noch gewöhnt sind, sie dauert dann entsprechend länger. Vielleicht wird es auch neue technische Lösungen geben, an die wir derzeit noch gar nicht denken, um die vielfältigen Früchte abzuernten.


7 verschiedene Pflanzenschichten bilden eine Waldgarten

Das Basisprinzip für die Erstellung eines Waldgartens ist jedenfalls ganz einfach. Sieben verschiedene Schichten müssen her: hohe Bäume, niedrigere Bäume, Sträucher, Stauden, Bodendecker, Wurzelgemüse und Kletterpflanzen. Wer sich seinen eigenen natürlichen Waldgarten pflanzt, der muss zu Anfang gar nicht viel mehr wissen. Es gilt, sich auf ein dynamisches »Learning by Doing« einzulassen und auch mal Pflanzen wachsen zu lassen, die nicht so geplant waren.

Martin Crawford zeigt hier seinen essbaren Waldgarten

Quelle: treehugger.com

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