Herz-Lungen-Maschinen ersetzen, während einer Operation, die natürlichen Organe. Es sind gewaltige Maschinen, die nur in relativ wenigen Operationssälen stehen. Rettungswagen lassen sich damit nicht ausstatten, obwohl es bei manchen Unfällen sinnvoll wäre, den Patienten gleich an ein solches Gerät anzuschließen. Auch bei einer Verlegung eines Patienten in ein spezialisierteres Krankenhaus könnte die Herz-Lungen-Maschine Leben retten.


Tragbarer Lebensretter

Künftig ist das möglich. Das Wuppertaler Unternehmen Hemovent hat eine Herz-Lungen-Maschine entwickelt, die nicht einmal so groß ist wie ein Schuhkarton. Extra Corporeal Membrane Oxygenation (ECMO) lautet die korrekte Bezeichnung des Verfahrens. Patienten, deren Lungen- und Herzfunktion gestört ist, ansonsten aber fit sind, können das Gerät sogar mit sich führen. Die Entwickler warten noch auf die Zulassung durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte. Der Seed Fonds Aachen II und andere Investoren sind sich ganz sicher, dass das nur noch eine Frage der Zeit ist. In einer Finanzierungsrunde kamen kürzlich rund 5,3 Millionen Euro zusammen.


Jedes Jahr müssen weltweit zwölf Millionen Menschen vorübergehend an eine Herz-Lungen-Maschine angeschlossen werden. Die Zahl der teuren Geräte hat sich in den letzten Jahren verdreifacht. Oliver Marseille und Christof Lenz, die Geschäftsführer des Unternehmens, rechnen sich glänzende Chancen für ihre weltweit kleinste Herz-Lungen-Maschine aus, nicht zuletzt weil sie nur die Hälfte der bisherigen Anlagen kostet.

Sauerstoff ersetzt den Akku

Die Maschine pumpt zum einen Blut durch den Körper, zum anderen versorgt sie es mit lebenswichtigem Sauerstoff und entfernt Kohlendioxid. ECMO von Hemovent ist für eine maximale Einsatzdauer von 30 Tagen ausgelegt. Das Gerätwird eingesetzt, wenn Patienten schwere Organstörungen haben, die sich durch Operationen beheben lassen. Manchmal regenerieren Herz und Lunge auch selbstständig, wenn sie eine Weile ruhiggestellt sind. Angetrieben wird die Maschine von Sauerstoff, der in Krankenhäusern und Rettungswagen immer zur Verfügung steht. Zwischen ECMO und Sauerstoffanlagebefindet sich ein pneumatisches Steuergerät, so groß wie ein Smartphone. Notfalls lässt es sich direkt an eine Sauerstoff-Druckflasche anschließen.

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