In Blackpool in der Grafschaft Lancashire ereigneten sich in den vergangenen Tagen gleich mehrere Erdbeben. Zunächst bewegte sich die Erde am vergangenen Mittwoch. Messstationen ermittelten einen Wert von 1,6 auf der Richterskala. Das Schauspiel wiederholte sich dann noch jeweils einmal am Freitag (1,1 auf der Richterskala), Sonntag (2,1) und Montag (2,9). Die Auswirkungen der Beben waren allerdings verhältnismäßig gering. Einige Bewohner wurden zwar durch die Erschütterungen geweckt, mindestens ebenso viele verschliefen die Ereignisse aber auch. Von Schäden an der Infrastruktur ist bisher nichts bekannt. Dass die kleine Erdbeben-Serie dennoch zu landesweiten Diskussionen führte, liegt an der Firma Cuadrilla. Denn diese betreibt ganz in der Nähe die einzige Fracking-Anlage des Landes.


Fracking
Foto: Fracking; Urheber Ostroff Law CC BY-SA 3.0 (VIA WIKIMEDIA COMMONS)

In den USA wurden Fracking-Erdbeben bereits nachgewiesen

Dabei werden chemische Flüssigkeiten unter großem Druck in den Boden gepumpt, um Gesteinsschichten aufzubrechen und dadurch Öl- und Gaslagerstätten zu erreichen. Die Technik wird aktuell hauptsächlich in den Vereinigten Staaten eingesetzt und hat dort dazu beigetragen, dass die USA wieder zum Exporteur fossiler Rohstoffe wurden. Fracking bringt allerdings auch gewaltige Nachteile mit sich. So können die verwendeten Chemikalien ins Grundwasser eindringen. Im US-Bundesstaat Ohio wurde im Jahr 2014 zudem nachgewiesen, dass durch Fracking eine Serie an Erdbeben ausgelöst wurde. Genau dies befürchten Anwohner und Experten nun auch in Großbritannien. Die Öl- und Gasbehörde des Landes hat daher nun sämtliche Fracking-Arbeiten gestoppt, um die Vorfälle genauer untersuchen zu können.

2011 mussten Bohrarbeiten schon einmal abgebrochen werden

Schon jetzt ist bekannt, dass Cuadrilla zuletzt versucht hatte, ein neues Bohrloch zu erschließen. Dabei ist es grundsätzlich normal, dass es zu kleineren Erschütterungen kommt. Die in Blackpool gemessenen Erdbeben waren aber deutlich stärker als erwartet. Experten sind zudem besorgt, weil die Stärke der Beben beständig zunahm. Ganz neu ist das Phänomen zudem nicht: Schon 2011 wurde in der Region versucht, ein neues Bohrloch zu erschließen. Auch diese Arbeiten mussten aber abgebrochen werden, weil sich zwei Erdbeben ereigneten. Selbst Experten tun sich aktuell schwer damit, einzuschätzen, wie groß die Gefahr durch vom Fracking erzeugte Erdbeben tatsächlich ist. Denn weil es sich noch um eine recht neue Technologie handelt, fehlt es schlicht an der notwendigen Datengrundlage.


Via: The Guardian

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