Erdbeben Forschung
Erdbeben Forschung

Professor Seim, der Leiter des Fachgebiets für Bauwerkserhaltung und Holzbau an der Universität Kassel sieht in dem Material Holz ideale Voraussetzungen gegeben bei einem Erdbeben den Erschütterungen zu widerstehen. In einem Versuchsprogramm an der Uni Kassel soll diese Fähigkeit nun auch wissenschaftlich nachgewiesen werden. Sowohl in Skandinavien als auch in Deutschland finden sich bereits viergeschossige Häuser, die aus Holz gebaut wurden. Neben der Nachhaltigkeit des Baustoffes Holz, sowie der Montagegeschwindigkeit, spricht auch die CO2 Aufnahme unbedingt für den Baustoff Holz. Aufgrund des sehr komplexen Verhaltens mehrgeschossiger Holzbauten bei Erdbeben stehen bislang keine allgemein anwendbaren Bemessungsgrundlagen zur Verfügung. Um allerdings die Akzeptanz für den Holzbau auch in den durch Erdbeben gefährdeten Gebieten in Südosteuropa und Asien voranzutreiben, werden diese Bemessungsgrundlagen dringend benötigt. Bereits jetzt, erlaubt die Zukunftsprognose einen Ausblick auf die Welt von Morgen.


Investitionen von 800.000 Euro sollen die Forschungsarbeit ermöglichen

Das Forschungsvorhaben trägt den Namen Optimber-Quake und wird mit Investitionen von insgesamt 800.000 Euro finanziert. Diese Summe bringen die Holzwirtschaft und die beteiligten EU-Länder auf. Von der Gesamtsumme entfallen in etwa 480.000,- Euro an die Universität Kassel. Dieses Geld soll unter anderem dazu genutzt werden, Holz-Wandelemente mit einer Größe von 2,5 Metern den Schwingungen und Erschütterungen auszusetzen, wie sie in den Erdbebengebieten vorherrschen. Hierbei werden die Belastungen gemessen, die einen Teil der Bemessungsgrundlagen bilden sollen. In Belgien arbeiten Kollegen der Forscher ebenfalls an dieser Forschung mit. Hier werden Deckenelemente ähnlichen Belastungen ausgesetzt, um die notwendigen Messergebnisse zu bekommen. Italienische Wissenschaftler steuern Rechenleistungen zu diesem Forschungsprojekt bei. Leider wurde das Größte Holzhochhaus der Welt bereits abgerissen, sonst wäre dies sicherlich auch ein geeignetes Forschungsobjekt. Beispiele wie der elektrische Feuerlöscher der ohne Wasser oder Schaum funktioniert zeigen, wie wichtig Forschung im Bereich der Sicherheit ist.


Forschungsziel sollen anwendbare Regeln für Holzbauweise werden

Als Ziel ihrer Forschungen wollen die beteiligten Länder mechanische Regeln entwickeln, die es durch Experimente abzusichern gilt. Aufgrund dieser Regeln sollen später Aussagen zu Holz Bauausführungen verschiedenster Art getroffen werden können. Diese Regeln sollen sogar geeignet sein, um Aussagen zu sechs- oder achtgeschossiger Holzbauweise treffen zu können. Angesichts der Vielzahl der auftretenden Erdbeben scheint eine solche Forschung gerade für die Regionen besonders erforderlich, die zu den Erdbebengefährdeten zählen. Ähnliche Forschungen wurden bereits für den Massivbau und den Stahlbau durchgeführt. Ein späteres Vergleichen der Ergebnisse sollte zu empfohlenen Baulösungen für Erdbeben gefährdete Gebiete führen. Vor den Forschungen scheint der Baustoff Holz favorisiert zu sein, der sich zu einem Trend für diese Regionen entwickeln könnte. Ob sich auf absehbare Zeit selbstheilende Materialien entwickeln lassen, die in der Lage sind Schäden nach Erdbeben selbst zu heilen, steht noch in den Sternen.

Quelle & Bild: idw-online / Uni Kassel

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