Die Inselgruppe Spitzbergen in Norwegen ist die Heimat eines besonderen Projekts: Des Global Seed Vault, auch Doomsday Vault genannt. Dabei handelt es sich um eine in die Seite eines Berges gebaute Anlage, in der die norwegische Regierung, Crop Trust und das Nordic Genetic Ressource Center bis zu 2,5 Milliarden Samenproben diverser Pflanzen lagern kann. Sinn des Global Seed Vault ist es, langfristig Nahrungssicherheit und Biodiversität zu sichern. Doch die Anlage in Norwegen sieht sich einer schleichenden Bedrohung ausgesetzt: Der globalen Erwärmung.


10 Grad Erwärmung bis 2100

Seit 1971 sind die Temperaturen auf Spitzbergen um etwa 5 Grad Celsius gestiegen. Ein neuer Bericht der norwegischen Regierung zeichnet für die Zukunft ein düsteres Bild. Unter Bezugnahme auf aktuelle Studien und einem neuen Klimamodell wird die Temperatur bis 2100 um weitere 10 Grad steigen, wenn der Klimawandel weiter unkontrolliert fortschreitet. Aus dieser Erwärmung würden sich massive Veränderungen im Seeeis, Permafrostboden und in Gletschern ergeben.


Die Arktis ist weltweit die Gegend mit der stärksten Erwärmung, und auf Spitzbergen gab es schon drastische Änderungen. Abgesehen von Temperaturanstiegen hat die Inselgruppe einen Schwund in Seeeis in den Fjords sowie eine 20-tägige Verkürzung der Schnee-Saison und eine Erwärmung des Permafrostbodens um 0,15 Grad pro Jahr seit 2009 erlebt.

Spitzbergen stehen weitgehende Änderungen bevor

Die erwartete Erwärmung um 10 Grad wird Veränderungen mit sich bringen, deren Folgen kaum absehbar sind. Im schlimmsten Fall werden die Gletscher sich bis Ende des Jahrhunderts 400 Meter in die Berge zurückgezogen haben. Außerdem wird der Permafrostboden komplett auftauen und zu einer Matschwüste werden, die Kohlendioxid und Methan in die Atmosphäre abgeben wird, was zu einer langfristigen Destabilisierung der Landschaft in der Gegend betragen wird.

In einem moderateren Szenario, unter der Voraussetzung, dass die weltweiten CO2-Emissionen gegen Mitte des Jahrhunderts wieder zurückgehen, wird die Erwärmung in Spitzbergen „lediglich“ sieben Grad Celsius betragen. Auf Spitzbergen leben zwar lediglich 2300 Menschen, aber dennoch sollten die Auswirkungen auf die Einwohner nicht außer Acht gelassen werden. Auch Tiere wie Eisbären, Robben, und andere Lebewesen, die auf der Inselgruppe leben, werden gefährdet sein.

Erwärmung bedroht den Global Seed Vault

Nicht zuletzt wird die Erwärmung auch Auswirkungen auf den Global Seed Vault haben. Die umliegende Landschaft spielt eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, das Innere der Anlage auf einer Temperatur von -18 Grad Celsius zu halten. Spätestens, wenn der Permafrostboden beginnt zu schmelzen, wird es schwierig werden, die Bedingungen im Inneren des Gebäudes aufrecht zu erhalten. Die steigenden Temperaturen haben bereits dafür gesorgt. dass mehrere Millionen in den Erhalt der Anlage investiert werden mussten. Unter anderem sah sich der Seed Vault mit einer Überflutung konfrontiert.

Experten gehen trotz kürzlicher Updates an der Anlage davon aus, dass der Vault nicht in der Lage ist, mit den zu erwartenden 10 Grad Erwärmung umzugehen. Sollte es gelingen, die Erwärmung auf 7 Grad zu beschränken, stünden die Chancen besser.

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1 Kommentar

  1. Björn

    19. Februar 2019 at 10:05

    Mein Tiefkühler kann auf -23°C kühlen, ich denke die Möglichkeiten sind vorhanden, Dämmung und Kühlaggregate…
    Die Welt wird sich verändern, da sich Menschen nicht(oder viel zu langsam ändern) und anstelle die Samen an einem Ort zu *lagern* sollte den Großkonzerne mit ihren Gen-Samen-Züchtungen Einhalt geboten werden und die „Biodiversität“ auf dem freien Markt wiederbelebt werden!

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