Tim Berners-Lee, der als Erfinder des Internets gilt, sieht sein Werk in Europa offensichtlich in Gefahr. Gemeinsam mit zwei Anwälten richtete er nun einen offenen Brief an die Europäischen Regulierungsbehören, der dazu aufruft, die Netzneutralität zu erhalten.


Ein letzter eindringlicher Appell zur Netzneutralität

Beinahe eine halbe Million Stimmen sammelten sich hinter Berner-Lees Appell, das europäische Internet nicht dem Großkapital zu opfern. Die Anwälte Professor Barbara van Schewick und Professor Larry Lessig standen dem Internet-Erfinder bei seinem offenen Brief zur Seite, der anlässlich einer viertägigen Beratungsperiode des Gremiums Europäischer Regulierungsstellen für elektronische Kommunikation (GEREK) herausgegeben wurde. Die GEREK traf sich vom 14. bis 18. Juli, um Rahmenrichtlinien für neue EU-Gesetze bezüglich der Internet-Regulierung auszuarbeiten: Berner-Lee nutzte die Gunst der Stunde für seinen letzten, eindringlichen Appell, das Internet als allgemeines Gut zu erhalten und nicht auf die »manipulativen Taktiken der Telefongesellschaften« hereinzufallen. Veröffentlicht wurde der Brief durch die World Wide Web Foundation. Übersetzt heißt es dort:


»Das Internet ist zur wesentlichen Infrastruktur unserer Zeit geworden«

»Wir – die gewöhnlichen Nutzer des Internets – haben keine teuren Lobbyisten. Aber wir haben Millionen von Menschen – normale Alltagseuropäer, Startups, Anleger, Kleinunternehmer, Aktivisten, NGOs, Blogger, unabhängige Künstler – die die Kraft des freien Internets aus erster Hand erfahren haben und es schützen möchten. (…) Das Internet ist zur wesentlichen Infrastruktur unserer Zeit geworden, für das tägliche Leben, für unsere Wirtschaft, für unsere Demokratie. Starke Richtlinien werden die Zukunft des Wettbewerbs, der Innovation und des kreativen Ausdrucks in Europa schützen (…) Sie werden sicherstellen, dass jeder Europäer, egal welcher Hautfarbe und egal welcher Geldbörsengröße, dieselbe Chance erhält, online Dinge zu verändern, in Wettbewerb zu treten, zu sprechen, zu organisieren und sich mit anderen zu verbinden.«

Auf Twitter läuft die Diskussion weiter

Während der vier Tage der GEREK-Konferenz unterschrieben 476.752 Menschen die beigefügte Petition auf savetheinternet.eu, unter dieser Adresse erhältst du auch weitere Informationen zu diesem brisanten Thema. Am 30. August werden die finalen Richtlinien der GEREK erwartet, in der Hoffnung, dass die Netzneutralität nicht dem Mammon geopfert wird. Folge der Kommunikation auf Twitter unter den Hashtags #savetheinternet und #netneutrality.

Quelle: iflscience.com

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