Seit dem vergangenen Jahr wütet in Zentralafrika eine Ebola-Epidemie. Bisher verlief die Infektion in rund 75 Prozent der Fälle tödlich. Den Ärzten blieb nichts anderes übrig, als die Symptome zu behandeln und auf einen positiven Krankheitsverlauf zu hoffen. Patienten wurden zudem so schnell wie möglich unter Quarantäne gestellt, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Dennoch ist es bisher nicht gelungen, die Epidemie zu beenden. Dies liegt auch daran, dass in der Region mehrere gewaltsame Konflikte ausgetragen werden, die die Arbeit der Helfer erschweren. Dennoch scheint nun ein wichtiger Durchbruch gelungen zu sein. Denn erstmals haben zwei Medikamente vor Ort unter Beweis gestellt, dass sie die Sterblichkeitsrate bei Ebola-Patienten signifikant senken können.


Ebola
Foto: Cynthia Goldsmith CC BY-SA 3.0 (VIA WIKIMEDIA COMMONS)

Zwei Medikamente waren besonders wirksam

Normalerweise durchlaufen neu entwickelte Präparate erst eine ganze Reihe von kontrollierten Studien, bevor sie tatsächlich zur Behandlung von Patienten zugelassen werden. Im Fall der neu entwickelten Ebola-Medikamente hat man diesen Prozess allerdings beschleunigt, weil man dringend auf neue Formen der Behandlung angewiesen ist. Deshalb konnten vier Präparate nun unter realen Bedingungen inmitten der Epidemie getestet werden. Die Patienten erhielten daher per Zufallsauswahl eines der Medikamente. Schon nach wenigen Monaten zeigte sich: Zwei der Präparate – REGN-EB3 und mAb114 – erwiesen sich als besonders wirksam. Ein unabhängiges Expertengremium hat daher nun entschieden, die laufende Testphase zu beenden. Stattdessen soll eine neue Studie nur mit den beiden wirksamsten Medikamenten und mit mehr Patienten gestartet werden.

Auch Impfstoffe werden bereits getestet

Insbesondere die Zahlen von REGN-EB3 erstaunten selbst Experten. Denn bei den mit diesem Medikament behandelten Patienten sank die Sterblichkeitsrate auf nur noch 29 Prozent. Verglichen mit den bisherigen Behandlungsmethoden steigt die Überlebenschance der Patienten also stark an. Wurde das Präparat zudem gleich nach Ausbruch der Krankheit verabreicht, überlebten sogar 97 Prozent der Betroffenen. Lassen sich diese Zahlen auch bei größer angelegten Studien bestätigen, wäre damit ein Meilenstein erreicht: Ebola wäre dann eine schwere, aber behandelbare Krankheit. Zukünftige Ausbrüche könnten zudem durch den Einsatz von Impfstoffen verhindert werden. Auch diese kommen in der betroffenen Region bereits zum Einsatz und haben schon vielversprechende Resultate erzielt.


Wie Impfstoffe entwickelt und produziert werden, konnten wir vor einiger Zeit bei einem Besuch in Europas größter Impffabrik beobachten.

Via: New Atlas

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