Über die Alzheimer-Erkrankung weiß die Wissenschaft bisher noch vergleichsweise wenig. Selbst wenn die Krankheit korrekt diagnostiziert wird, kann sie auch durch den Einsatz von Medikamenten nicht mehr wirksam bekämpft werden. Nun hat eine Studie allerdings hoffnungsvolle Ansätze geliefert: Antikörper attackierten dabei gezielt die Eiweiß-Ablagerungen im Gehirn, die für Alzheimer verantwortlich gemacht werden. Dabei gab es Hinweise, dass das Mittel die andauernde Verschlechterung der kognitiven Fähigkeiten zumindest verlangsamt. Aus wissenschaftlicher Hinsicht bringt die Studie daher zwei wichtige Erkenntnisse mit sich: Zum einen gibt sie Aufschluss darüber, wodurch Alzheimer überhaupt ausgelöst wird. Zum anderen könnte sie langfristig zu der Entstehung eines effektiven Alzheimer-Medikaments führen.


Eiweß Alzheimer
Mikroskopischer Einblick ins Alzheimer-Gehirn mit grün fluoreszierenden Nervenzellen in der Nähe der typischen Amyloid-Plaques (in blau dargestellt). (Bild: M. A. Busche / TUM)

Verringerte Kalkablagerungen sorgten für eine Abschwächung der Symptome

Bisher wurde unter Wissenschaftlern nämlich darüber gestritten, ob die Eiweiß-Ablagerungen im Gehirn tatsächlich der Auslöser von Alzheimer sind. Bei der nun durchgeführten Studie scheint der Zusammenhang zumindest eindeutig zu sein: Die Antikörper verringerten die Kalkablagerungen, was zu einem Verlangsamung der Erkrankung führte. Einschränkend muss man allerdings erwähnen, dass nur Patienten mit leichten Alzheimer-Symptomen an der Studie teilnahmen. Eine der großen Probleme bei Alzheimer ist allerdings, dass die Krankheit oftmals erst im fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert wird. Es muss sich daher erst noch zeigen, ob die Antikörper auch bei bereits schwerer erkrankten Probanden die gleiche Wirkung erzielen. Forscher der Rowan University School of Osteopathic haben allerdings bereits einen Bluttest auf Alzheimer entwickelt, der für frühzeitige Diagnosen sorgen soll.

Bis zu einem konkreten Medikament ist noch viel Forschung notwendig

Grundsätzlich handelte es sich bei der jetzt durchgeführten Studie aber noch um Grundlagenforschung. In erster Linie sollte geschaut werden, ob die Antikörper gefahrlos beim Menschen eingesetzt werden können. Dies war nur bedingt der Fall: Von den insgesamt 165 Probanden stiegen immerhin vierzig vorzeitig aus – zwanzig davon wegen konkreter Nebenwirkungen wie einer Hirnschwellung. Als nächstes sollen die Ergebnisse der Studie nun mit einer größeren Zahl an Probanden reproduziert werden. Bis die nun gewonnen Erkenntnisse dann tatsächlich zu einem Medikament führen, könnten zudem noch Jahre vergehen.


Via: UZH

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