Die Technik ist von Hybridautos bereits bekannt: Die beim Bremsen benötigte Energie wird teilweise eingefangen und nochmals genutzt. Bei Autos führt dies dazu, dass weniger teures Benzin benötigt wird und sich die Reichweite des Wagens erhöht. Ein ähnliches System wurde nun auch in der Londoner U-Bahn getestet. Dabei ging es natürlich nicht um die Erhöhung der Reichweite, sondern um eine Reduzierung der jährlich anfallenden Energiekosten. Tatsächlich hat die neue Technik das Potential, den Energieverbrauch der Londoner U-Bahn um rund fünf Prozent zu senken. Dies würde immerhin zu Einsparungen von sechs Millionen Pfund führen.


London nimmt eine Vorreiterrolle ein

Das neue Hybridsystem ist dabei Teil einer groß angelegten Modernisierungsoffensive im Londoner U-Bahn-Netz. Die mit Hilfe der neuen Bremstechnik gewonnene Energie, soll dann genutzt werden, um einzelne U-Bahnstationen mit Strom zu versorgen. In der ersten Woche des Probebetriebs wurde dabei immerhin so viel Energie gewonnen, dass die vergleichsweise große Holborn Station zwei Tage lang komplett ohne auswärtige Energiezufuhr betrieben werden konnte. „Mit diesem Test nimmt London eine Vorreiterrolle für diese Art von Technologie ein und er zeigt eindeutig, wie die Energie von Zügen zurückgeholt werden kann, um U-Bahnstationen zu versorgen und so das Netz umweltfreundlicher und kosteneffizienter zu machen“, freute sich der Londoner Vize-Bürgermeister Matthew Pencharz.


Hybridsystem führt zu einem doppelten Einspareffekt

Das neue Bremssystem hat aber noch einen weiteren Vorteil. Bisher nämlich wird die beim Bremsen genutzte Energie vor allem in Wärme umgesetzt. Diese sammelt sich dann in den U-Bahnschächten. Die Temperatur dort muss daher aufwendig mit Klimaanlagen reguliert werden. Gelingt es zukünftig, die Bremsenergie vorher einzufangen und zu nutzen, würde dies den Temperaturanstieg in den Tunneln verringern und somit indirekt ebenfalls zu niedrigeren Energiekosten führen. Die eingesparten Gelder sollen dann wiederum in den Öffentlichen Nahverkehr in London investiert werden.

Via: Transport for London

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping
Tags

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.