Die Halbinsel Mahia liegt an der Ostküste Neuseelands und ist vor allem bei Tauchern, Surfern und Anglern beliebt. Am gestrigen Donnerstag fand dort allerdings auch ein historisches Ereignis statt: Das neuseeländische Startup Rocket Lab schickte eine Rakete namens Electron ins All. Dies war nicht nur der erste kommerzielle Raketenstart in Neuseeland überhaupt, sondern soll auch der Startpunkt eines weit ambitionierten Projekt sein. Denn Rocket Lab will zukünftig einmal wöchentlich eine Transportrakete starten lassen – und damit nicht zuletzt privaten US-Unternehmen wie SpaceX Konkurrenz machen. Der erste Start war allerdings nur teilweise erfolgreich: Die Rakete flog zwar ins All erreichte aber nicht wie vorgesehen den Erdorbit.


Foto: Rocket Lab

Das Unternehmen hat sich auf den Transport von Kleinteilen ins All spezialisiert

Die gewonnen Daten sollen nun ausgewertet werden und zu Verbesserungen bei zukünftigen Raketenstarts führen. Die Electron-Rakete unterscheidet sich in einigen interessanten Punkten von den Modellen der Konkurrenz. So ist die Rakete extrem leicht und besitzt einen Motor aus dem 3D-Drucker. Sie kann daher deutlich weniger Last transportieren als beispielsweise die Falcon 9 von SpaceX. Genau dies scheint aber eine Marktlücke zu sein. Denn der technologische Fortschritt hat dafür gesorgt, dass bestimmte Sensoren oder Kommunikationsmodule heute nicht größer sind als ein Smartphone. Rocket Lab will solche kleinen Module schnell und unkompliziert ins All befördern. SpaceX hingegen hat sich auf den Transport schwerer Lasten spezialisiert.

Die neuseeländische Regierung hofft auf neue Jobs und eine weltweite Werbewirkung

Zukünftig möchte das neuseeländische Startup rund fünfzig Raketenstarts im Jahr durchführen. Die Electron-Raketen sind allerdings ausdrücklich als Einwegraketen konzipiert – eine Wiederverwendung ist ausgeschlossen. Dafür wird pro Start deutlich weniger Treibstoff benötigt als bei konventionellen Raketen. In Neuseeland hat Rocket Lab jedenfalls bereits einen kleinen Raumfahrt-Boom entfacht. So verabschiedete die Regierung ein neues Raumfahrtgesetz und gründete eine zuständige Behörde mit immerhin zehn Mitarbeitern. Auch die Bevölkerung verfolgt das Projekt mit Interesse. Denn die Raumfahrttechnologie soll Neuseeland ein neues Image als Standort für Hightech-Industrie einbringen. Eine Besonderheit existiert zudem bereits jetzt in dem Land: Auf Mahia existiert der weltweit einzige Weltraumbahnhof in Privathand.


Via: BBC

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