Weltweit gibt es Schätzungen zufolge rund 450 Millionen Diabetiker. In Deutschland wiederum ist rund jeder zehnte Einwohner betroffen. Umfragen haben zudem ergeben, dass fast 95 Prozent der Patienten den Blutzuckerspiegel noch auf herkömmliche Art und Weise messen. Sie stechen sich also in den Finger und geben so einen Tropfen Blut auf einen Teststreifen. Das Berliner Startup Diamontech möchte diese umständliche und auch etwas schmerzhafte Prozedur nun radikal vereinfachen. Das Unternehmen hat daher ein Analysegerät entwickelt, das in etwa so groß ist wie ein handelsübliches Smartphone. Der Clou: Der Blutzuckerspiegel kann gemessen werden, ohne dass Blut entnommen werden muss. Möglich wird dies durch ein speziell entwickeltes minimal-invasives Verfahren.


Bild: Diamontech

Die Größe des Messgeräts ist inzwischen praxistauglich

Konkret wird ein Lichtstrahl gezielt auf die Haut gelenkt. Dies hat zur Folge, dass die Glucosemoleküle unter der Hautschicht an Wärme gewinnen. Ein spezieller Sensor erfasst bereits kleinste Veränderungen in diesem Bereich – woraus sich dann letztlich der Blutzuckerspiegel errechnen lässt. Der Patient allerdings merkt von alldem nichts. Er spürt nicht einmal die Erwärmung des Fingers. Das grundsätzliche Verfahren entwickelten Gründer Thorsten Lubinski und Forscher Werner Mäntele bereits vor mehr als vier Jahren. Damals allerdings war das Gerät noch so groß wie ein Kühlschrank und alles andere als praxistauglich. Inzwischen wurde aber eine Größe erreicht, die eine Nutzung im Alltag ermöglicht. Für die Zukunft ist zudem eine weitere Verkleinerung geplant: Irgendwann soll ein Armband ausreichen, um die gewünschten Werte zu ermitteln.

Ein Börsengang soll den Markteintritt finanzieren

Bis dahin benötigt das Startup, das bereits rund zwölf Millionen Euro bei Investoren eingesammelt hat, aber frisches Geld. Ein Viertel der Firma soll daher an die Börse gebracht werden. Dadurch erhofft sich der Gründer Einnahmen in Höhe von fünfzig Millionen Euro – womit die Unternehmensbewertung bei rund 200 Millionen Euro liegt. In Deutschland will Diamontech den Vertrieb des schonenden Messgeräts selbst übernehmen und denkt über eine Art Leasing-Möglichkeit nach. Kunden könnten das Gerät dann für 99 Euro im Monat mieten. Vertriebspartner aus anderen Ländern haben zudem bereits große Bestellungen getätigt. So sollen zukünftig alleine in China rund 100.000 Messgeräte pro Jahr verkauft werden. Weitere 10.000 Bestellungen gingen aus Japan ein. Für den südamerikanischen Markt wurden weitere 40.000 Einheiten geordert. Die Konkurrenz ist allerdings hart. Denn schon seit vielen Jahren wird nach Alternativen zum Finger-Piecks gesucht.


Via: Morgenpost

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