Milch galt lange Zeit als der Inbegriff eines gesunden Lebensmittels. Dieses Narrativ bröckelt allerdings langsam, und um die Frage, wie gesund Milch wirklich ist, hat sich auch in der Wissenschaft eine Diskussion entwickelt. Hinzu kommt, dass die Milchprodukteindustrie eine große ökologische Belastung darstellt. Das und natürlich Laktoseintoleranz sind Gründe, warum immer mehr Menschen auf Alternativen für Kuhmilch umsteigen. Wir geben euch einen Überblick über die beliebtesten Alternativprodukte und verraten euch, was ihr über deren Nährwert und ökologischen Fußabdruck wissen müsst – und ob ihr wirklich eine gute Alternative gewählt habt.


Bild: Sanjay Acharya, CC BY-SA 3.0, via Wikipedia

Mandelmilch

Mandeln haben eine Reihe gesundheitlicher Vorteile. Sie sind reich an ungesättigten Fetten und Protein. Der Gedanke, dass die Vorteile von Mandeln auf Mandelmilch übertragbar ist, liegt im Grunde nahe. So ganz stimmt das nicht. Mandelmilch enthält nur einen geringen Mandelanteil, und damit auch deutlich weniger gute Nährstoffe als das Rohprodukt. Wer also auf Mandelmilch zurückgreift und diese kauft, der sollte versuchen, Produkte zu erwerben, die zusätzlich mit Calcium und Vitaminen angereichert sind. Diese sind gut als Milchersatz geeignet. Ansonsten hat Mandelmilch lediglich einen recht geringen Nährwert.

Wer Milch wegen des ökologischen Fußabdrucks meidet, der ist mit Mandelmilch nicht gut beraten, da auch diese eine recht große Auswirkung auf die Umwelt hat. Der Anbau von Mandeln erfordert große Mengen Wasser – etwa 10.500 Liter pro Kilogramm Mandeln. Das ist besonders problematisch, weil Mandeln nicht selten aus dem US-Bundesstaat Kalifornien kommen, der traditionell sehr große Probleme mit den Wasservorräten hat.


Kokosnussmilch

Ähnlich wie Mandelmilch enthält auch Kokosnussmilch relativ wenig Nährstoffe. Neben der geringen Kaloriendichte hat auch Kokosnussmilch nur wenige gesundheitliche Vorteile, da es vor allem an Vitaminen und Proteinen fehlt. Allerdings gibt es wie auch bei Mandelmilch Kokosnussmilch, die mit Vitaminen und anderen Mikronährstoffen angereichert wird, was sie ebenso zu einer guten Alternative für Kuhmilch macht.

Der ökologische Fußabdruck von Kokosnussmilch ist eher gering, da beim Anbau nur wenig Wasser verbraucht wird. Wirklich spürbare Auswirkungen haben nur der Transport und die Verarbeitung der Nüsse.

Reismilch

Reis ist ein Nahrungsmittel, dessen Anbau ebenso relativ viel Wasser verbraucht. Allerdings haben neue Anbaumethoden und Sorten den Wasserverbrauch gesenkt, was sich natürlich auch auf den ökologischen Fußabdruck von Reismilch auswirkt. Jedoch ist Reis nicht selten genetisch modifiziert, und es gibt die Gefahr von Kontaminierung mit Arsen.

Wenn es um den Geschmack und die Konsistenz geht, ist Reismilch näher an „echter“ Milch als jede andere Kuhmilchalternative. Sie hat eine natürliche Süße und ist ein guter Begleiter für Müslis. Zwar ist Reismilch etwas wässriger als Kuhmilch, aber der Geschmack macht sie zu einer guten Milchalternative. Auch hier bietet es sich dennoch an, zu angereicherten Versionen zu greifen. Wer auf eine eiweißreiche Ernährung setzt, sollte sich anderweitig umsehen, da Reismilch eher wenig Protein enthält.

Hanfmilch

Hanfmilch werden zahlreiche gesundheitliche Vorteile zugesprochen. Sie ist reich an Protein und enthält wichtige ungesättigte Fettsäuren, die sich positiv auf das Herzkreislaufsystem, die Haut und die Blutfettwerte auswirken. Zwar gehen auch bei der Herstellung von Hanfmilch viele Nährstoffe verloren, aber es bleibt dennoch noch genug Nährwert zurück.

Auch in Sachen ökologischer Fußabdruck ist Hanfmilch eine gute Wahl, da der Anbau der Hanfpflanze relativ kleine Auswirkungen auf die Umwelt hat. Es wird nur wenig Wasser benötigt und so ziemlich jeder Teil der Pflanze kann weiterverwendet werden.

Hafermilch

Hafer kommt ebenfalls eine große Bedeutung in der Ernährung westlicher Nationen zu. Er ist sehr gesund und wirkt sich positiv auf die Blutfettwerte aus. Ähnliches gilt auch für Hafermilch. Aber auch bei diesem Milchersatz ist das Problem, dass die Nährwertdichte recht gering ist. Außerdem fehlen in Hanfmilch Proteine und Mineralstoffe. Auch hier heißt es also, zu angereicherten Varianten zu greifen.

Hafer selber ist im Anbau relativ umweltfreundlich. Allerdings erfordert die Verarbeitung zu Hafermilch dann relativ viel Energie – was aber ein Nachteil ist, den alle pflanzenbasierte Milchprodukte in sich vereinen.

Sojamilch

Der Nährwert von Sojamilch ist recht dicht an dem von Kuhmilch. Sie ist reich an Kohlenhydraten, Proteinen und gesunden Fetten. Im Gegensatz zu Kuhmilch feht es aber an Vitamin B und Calcium. Außerdem wird bei Sojamilch relativ oft Zucker zugesetzt, auch wenn es ungesüßte Varianten gibt.

Soja hat jedoch beim Anbau einen relativ hohen ökologischen Fußabdruck und erfordert viel Wasser, Land und den Einsatz potenter Pestizide. Allerdings geht der Großteil der Sojaernte in die Fleischproduktion und es gibt Sojamilch aus nachhaltigem Anbau.

Erbsenmilch

Milch aus Erbsenproteinen ist ein relativ neues Milchersatzprodukt und noch nicht so weit verbreitet wie andere Alternativen. Die Milch wird aus einem Mix aus gelben Erbsen, Sonnenblumenöl und Rohrzucker hergestellt und enthält wichtige Omega-3-Fettsäuren. Außerdem ist sie relativ calciumreich und eine wahre Eiweißbombe, die sich diesbezüglich nicht vor Soja- oder Kuhmilch verstecken muss. Hinzu kommt, dass Erbsen im Anbau einen relativ kleinen ökologischen Fußabdruck haben.

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