Zuviel Zucker ist ungesund – was das angeht, ist sich die Forschung weitestgehend einig. Anders sieht es jedoch mit der Behauptung aus, dass Zucker als Stimmungsheber fungiert. Diese ist unter Forschern umstritten. Eine neue Studie fand nun gute Anhaltspunkte gegen die Existenz des sogenannten Zuckerhochs.


Schlägt Zucker auf die Stimmung?

Anders als die Erkenntnisse über die negativen Auswirkungen des Zuckerkonsums werden die über die positiven Auswirkungen auf die Stimmung lebhaft diskutiert. „ Es wird sowohl vereinzelt von positiven als auch von negativen Effekten berichtet„, so Konstantinos Mantantzis von der Humboldt-Universität in Berlin.


Um dem „Zuckerhoch“ auf den Grund zu gehen, hat Mantantzis gemeinsam mit seinem Team eine Vielzahl von Studien zum Thema Zucker ausgewertet. Dabei betrachteten sie insgesamt 31 veröffentlichte Studien mit insgesamt 1259 Probanden. Jede dieser Studien untersuchte den Einfluss von Zucker auf verschiedene Aspekte der Stimmung.

Das Ergebnis der Forscher könnte so manchen Zuckerfan ernüchtern: Den Forscher zufolge deuten ihre Auswertungen darauf hin, dass es nahezu keinen positiven Effekt von Zuckerkonsum auf die Stimmung gibt. Das gilt auch, wenn nach dem Konsum besonders viel Energie verbraucht wird, etwa durch Sport.

Im Gegenteil: Die Forscher berichten sogar von negativen Folgen. Zuckerkonsumenten fühlten sich in der ersten Stunde nach dem Konsum im Schnitt müder und weniger aufmerksam als Probanden, die im Experiment ein Placebo erhielten.

Zuckerkonsum sollte reduziert werden

Für Mantantzis spricht die Meta-Analyse eine deutliche Sprache. „ Die Idee, dass Zucker die Stimmung heben kann, ist so verbreitet, dass Menschen auf der ganzen Welt zuckerhaltige Getränke trinken und süße Snacks verzehren, um schnell ihre Laune zu verbessern, aufmerksamer zu werden oder ihre Müdigkeit zu bekämpfen. Unsere Ergebnisse zeigen jedoch, dass solche Annahmen jeder Grundlage entbehren – wenn überhaupt, dann sorgt der Zucker dafür, dass wir uns schlechter fühlen„, so der Forscher.

Für Mantantzis und sein Team ist damit klar, dass es sich bei dem sogenannten Zuckerhoch um einen Mythos handelt. „ Angesichts der stetigen Zunahme von Übergewicht und Diabetes ist es wichtig, dass ein gesunder Lebensstil verstärkt beworben und gefördert wird„, erklärt Mitautorin Sandra Sünram-Lea von der Lancaster University. Die Forscher hoffen, dass ihre Ergebnisse dazu beitragen, weitere öffentliche Maßnahmen zur Reduzierung des Zuckerkonsums auf den Weg zu bringen.

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