Vor einiger Zeit berichteten wir von einer Studie, nach der die G7-Staaten, Deutschland eingeschlossen, bis zum Jahr 2050 ihren Energiebedarf zu 100 Prozent mit erneuerbaren Energien decken könnte. In dem Artikel ging es um Möglichkeiten, Chancen, aber auch um die Verantwortung, die die G7, allen voran die BRD, als mächtige Industriestaaten tragen. Wer die Welt nachhaltig verändern möchte, der darf nicht in Nationalstaaten oder anderen Schranken denken. Verantwortung für die Welt kann nur die ganze Welt selber übernehmen. Ohne Frage sind es aber vor allem Europa und die USA, die mit gutem Beispiel vorangehen sollten. Und es auch könnten: Nach Informationen des Guardian wird die EU im Jahr 2030 mehr als die Hälfte ihres Energiebedarfs aus erneuerbaren Energien stillen.


Windenergie Windräder
Foto: Wind power, Håkan Dahlström, Flickr, CC BY-SA 2.0

Der Weg in die Zukunft: Saubere Energien

Die EU hat es sich offiziell zum Ziel gesetzt, 2030 27 Prozent des Energiebedarfs aus erneuerbaren Energien zu ziehen. Laut dem Guardian wird dieses Ziel mehr als erfüllt werden: Unter Berufung auf geleakte interne EU-Papiere berichtet die Zeitung, dass die EU 2030 sogar auf einen Anteil von mehr als 50 Prozent an erneuerbaren Energien kommen will. Neben den ambitionierten Zielen in Sache erneuerbaren Energien sieht die Zielsetzung der EU auch eine Reduzierung der CO2-Emmissionen bis um 40 Prozent im Vergleich zum Wert von 1990 vor.

Um die gesetzten Ziele zu erreichen, plant die EU im Laufe der nächsten Jahre die bestehenden Stromnetze komplett zu überholen. Unter anderem sollen mehr erneuerbare Energien verwendet werden und die Verbrennung von Kohlenstoff reduziert werden. “Reaching the European Union 2030 energy and climate objectives means the share of renewables is likely to reach 50% of installed electricity capacity. This means that changes to the electricity system in favor of decarbonisation will have to come even faster”, heißt es in dem Dokument, das dem Guardian vorliegt und das am 15. Juli veröffentlicht werden soll.


Bis 2020 soll ein Fünftel des Energiebedarfs der Länder der EU aus erneuerbaren Energien kommen. Jedoch verläuft dieser Plan bereits jetzt nicht reibungslos, einige Länder laufen Gefahr, dieses Ziel zu verfehlen. „Even with a binding provision, we are seeing the Netherlands, U.K. and France potentially missing their 2020 target“, so Oliver Joy von der European Wind Energy Association gegenüber dem Guardian.

Die EU muss aktiv werden

Momentan sprechen die aktuellen Energie-Trends innerhalb der EU dafür, dass in Zukunft vermehrt auf erneuerbare Energien gesetzt werden kann. Bis die gesetzten Ziele erreicht werden können, muss sich jedoch noch einiges tun. Und es gilt weiterhin zu bedenken, dass es sich nur um ein Zwischenziel handeln kann. Langfristig muss das Ziel sein, die ganze EU mit erneuerbaren Energien zu versorgen. Ähnliches gilt für die USA, und schließlich auch für den Rest der Welt. Der Verzicht auf fossile Brennstoffe wäre ein riesiger Schritt für die Menschheit, kann aber vor allem in ärmeren Ländern ohne die Hilfe der großen Industriestaaten nicht stattfinden. Auch wenn Costa Rica beispielsweise die ersten 75 Tage des Jahres 2015 nur mit erneuerbaren Energien durchgestanden hat, erfordert ein dauerhafter Umbau der Infrastruktur Investitionen, die den Haushalt vieler Länder überfordern würden.

Die EU hat hier die Chance, mit gutem Beispiel voran zu gehen. Mehr noch: Europa und die USA sind hochentwickelte, reiche Konstrukte, die die Chance hätten, echte Verantwortung für die Welt zu übernehmen. Und dies auch könnten. Würde die USA – der Leser möge dem Autor diesen idealistischen Einwurf verzeihen – ihre erheblichen finanziellen Mittel statt in ihre Rolle als Weltpolizei teilweise in die weltweite Klimalage investieren, stünde einem schnelleren Fortschritt nichts im Wege. Und auch die EU sollte, nachdem im eigenen Flur gekehrt wurde, mehr Verantwortung übernehmen – auch global. Denn das Klima und die Verantwortung der Menschheit für den eigenen Planeten endet weder an Landesgrenzen noch an den europäischen Grenzen.

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1 Kommentar

  1. Leo

    9. Juli 2015 at 09:40

    Für Idealismus muss man sich nicht entschuldigen 😉

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