Dieses Jahr hat Strom aus erneuerbaren Energien bisher einen fast so großen Anteil am Strommix wie Kohle. Das ist eine gute Nachricht, allerdings ist die Bundesregierung von ihrem selbst gewählten Ziel von 65 Prozent Ökostrom bis 2030 entfernt.


Windenergie Windräder
Foto: Wind power, Håkan Dahlström, Flickr, CC BY-SA 2.0

Erneuerbare Energien auf dem Vormarsch

Strom aus erneuerbaren Energien hatte in den ersten drei Quartalen dieses Jahren einen Anteil von 38 Prozent, was einem Zuwachs von 3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. In den Monaten Januar, April und Mai lag der Anteil sogar bei bis zu 43 Prozent, was an viel Sonneneinstrahlung und viel Windaktivität lag. Unter der Voraussetzung, dass das letzte Quartal des Jahres durchschnittlich windig wird, könne der Anteil der Erneuerbaren am Strommix dieses Jahr bei 38 Prozent bleiben, so das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW).

Fast 170 Milliarden Kilowattstunden konnten bis Ende September aus Sonne, Wind und anderen erneuerbaren Quellen erzeugt. Dabei fallen auf Windkraftanlagen an Land ein Anteil von fast 63 Milliarden, was einem Anstieg von knapp 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Solaranlagen konnten um fast 16 Prozent zulegen und kamen auf mehr als 41 Milliarden Kilowattstunden, gefolgt von Biomasse mit 34 Milliarden und Wasserkraft mit 13 Milliarden Kilowattstunden.


Noch weit vom Ziel entfernt

Mit den fast 170 Milliarden erzeugten Kilowattstunden haben die erneuerbaren Energien fast die Stromerzeugung aus Braun- und Steinkohle überflügelt. Die beiden Kohlearten kamen kombiniert auf etwa 172 Milliarden Kilowattstunden, was etwa 7 Prozent weniger als im Vorjahr sind. Erdgas ging um beinahe acht Prozent auf etwa 59 Milliarden Kilowattstunden zurück.

Von dem von der Bundesregierung gesetzten Ziel von 65 Prozent Ökostrom bis zum Jahr 2030 ist man aber noch weit entfernt. Bis dahin braucht es vor allem Raum für Windkraftanlagen an Land, Stromtrassen vom Norden in den Süden des Landes sowie ausreichen Speicherkapazitäten.

Die große Koalition möchte derzeit mit einer Arbeitsgruppe Wege erarbeiten, mit denen die Akzeptanz von neuen Windkraftanlagen auf dem Land erhöht werden können. Für die kommenden drei Jahre ist ein Ausbau des Wind- und Sonnenstroms um insgesamt acht Gigawatt geplant. Außerdem soll noch dieses Jahr ein Konzept für den Kohleausstieg vorgelegt werden.

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