Die offiziellen Statistiken sind bereits alles andere als erfreulich. Demnach wird in Deutschland zwar beinahe der komplette Plastikmüll eingesammelt. Die Recyclingquote liegt allerdings bei lediglich vierzig Prozent. Selbst dieser Wert scheint aber noch zu hoch angesetzt zu sein. Dies legt jedenfalls eine Studie des Naturschutzbundes NABU und der Heinrich-Böll-Stiftung nahe. Folgt man den Angaben aus dem sogenannten Plastikatlas wird tatsächlich nämlich nur rund 16 Prozent des deutschen Plastikmülls tatsächlich wiederverwendet. Der große Rest wird hingegen schlicht verbrannt oder ins Ausland exportiert. Wie aber kommt es zu dem nicht unerheblichen Unterschied zwischen den beiden Zahlen? Die Erklärung ist recht simpel: In die offizielle Recyclingquote fließen alle Abfälle ein, die bei einem Recyclingunternehmen abgeliefert werden – selbst wenn diese anschließend ins Ausland gebracht werden.


Das sind die Gründe für die niedrige Recyclingquote

Der niedrige Anteil an tatsächlich wiederverwendetem Plastikmüll hat vor allem zwei Ursachen. Zum einen sind neue Kunststoffe schlicht zu preiswert. Oftmals lohnt es sich daher nicht, den Abfall erst mühsam zu sortieren und zu Rezyklat zu verarbeiten. Dies gilt insbesondere in einem Hochlohnland wie Deutschland. Hinzu kommt: Bisher können aus dem Rezyklat auch erst vergleichsweise wenige und simple Produkte – etwa Gartenzäune oder Parkbänke – hergestellt werden. Die Kombination aus diesen beiden Tatsachen führt dazu, dass nur ein sehr geringer Teil des Plastikmülls im eigenen Land recycelt wird. Der Export in andere Länder stößt allerdings auch so langsam an seine Grenzen. China beispielsweise hat den Import inzwischen beinahe vollständig verboten. Malaysia ging zuletzt sogar noch einen Schritt weiter und kündigte an, Abfall sogar wieder in die Herkunftsländer zurückzuschicken.


Bio-Kunststoffe sind auch keine überzeugende Lösung

Gleichzeitig verursacht die Produktion neuer Kunststoffe nicht unerhebliche CO2-Emissionen. So kommt eine Hochrechnung des „Zentrums für Internationales Umweltrecht“ zu dem Ergebnis, dass bis zum Jahr 2050 auf diese Weise rund 52,5 Gigatonnen an Klimagasen ausgestoßen werden. Dies wäre rund ein Zehntel der Menge, die die Menschheit einsparen müsste, um den Temperaturanstieg auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Die Kunststoffe haben zudem eine extrem lange Lebensdauer. Wird der Müll nicht verbrannt, sondern landet einfach in der Umwelt, dauert es Ewigkeiten bis sie vollständig abgebaut wurden. Viele Kunden setzen daher inzwischen auf Bio-Kunststoffe, die biologisch abbaubar sein sollen. Doch auch hier warnen die Autoren der Studie: Zum einen werden die Pflanzen unter schlechten Umweltbedingungen angebaut. Zum anderen verrotten die Produkte oft nur unter Laborbedingungen in speziellen Anlagen.

Via: Plastikatlas

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1 Kommentar

  1. Wiegald E.

    7. Juni 2019 at 17:40

    Eine Studie, sowas von lächerlich. Schon seit Beginn des dualen Systems, das ausschließlich dazu dient die Verbraucher, über den Preis im Laden, für die Plastikmüllentsorgung bezahlen zu lassen, damals wurden schlagartig alle Preise höher, genauso wie nach jeder blödsinnigen Mauteinführung und Mauterhöhung, weiß man, dass die Recyclingquote bei ca. 14 % liegt. Das schließt aber Downcycling ein, wodurch jedes darauf folgende Recycling ausgeschlossen wird. Die wahre Recyclingquote, die auch folgendes Recycling erlaubt, liegt bei unter 0,5 %. Das DSD ist so am ENde nur hunderte Millionen teure Geldvernichtung, PRO JAHR.

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