Die deutschen Stromverbraucher finanzieren den Ausbau von Solar- und Windenergie über die Erneuerbare-Energien-Umlage. Bisher wurde den Betreibern dabei eine feste Vergütung für den produzierten Strom zugesagt und die dadurch entstehenden Kosten auf alle Stromkunden umgelegt. Für einen durchschnittlichen Haushalt bringt dieses Verfahren eine jährliche Belastung von etwa 280 Euro mit sich. Um diese nicht weiter steigen zu lassen, hat sich die Politik zu einem Umbau der Förderung entschlossen. Große Solar- und Windkraftprojekte werden nun nicht mehr pauschal gefördert, sondern müssen sich bei vom Staat organisierten Ausschreibungen bewerben. Den Zuschlag erhalten dann die Projekte, die mit der niedrigsten Förderung auskommen. Die Bundesnetzagentur hat nun erstmals eine solche Ausschreibung für Offshore-Windanlagen abgeschlossen.


Der Anschluss ans Stromnetz wird weiter vom Verbraucher finanziert

Das Ergebnis scheint für die neue Methode zu sprechen. Denn erstmals wird in Deutschland ein Offshore-Windpark errichtet, der sich selber tragen soll. So beantragte der Konzern EnBW für den Windpark eine Förderung von 0,00 Cent pro Kilowattstunde. Oder anders ausgedrückt: Das Unternehmen geht davon aus, dass sich die Anlage alleine mit den normalen Verkaufserlösen des Stroms rentabel betreiben lässt. Dies stellt einen Meilenstein dar, weil die Offshore-Windkraft damit unter Beweis stellt, dass sie langfristig einen nicht unerheblichen Teil der konventionellen Stromproduktion ersetzen kann. Ganz kostenlos ist die Sache für die Stromhaushalte allerdings nicht: Der Anschluss des Windparks an das öffentliche Stromnetz wird über die Umlage finanziert.


Die Industrie will noch deutlich mehr Offshore-Windparks errichten

Insgesamt wurden bei der nun abgeschlossenen Ausschreibung vier Windparks ausgewählt. Diese erhalten im Schnitt eine Förderung von 0,44 Cent pro Kilowattstunde. Auch dies stellt einen Quantensprung dar. Denn bisher erhielten Windkraftanlagen rund 12 Cent. Die Windkraftindustrie nimmt daher den Erfolg der Ausschreibung zum Anlass, um einen Ausbau der Förderziele zu fordern. Denn bisher sind bis zum Jahr 2018 Ausschreibungen mit einem Volumen von 3.100 Megawatt vorgesehen. Gleichzeitig werden aber Projekte mit insgesamt 7.000 bis 8.000 Megawatt geplant, sodass theoretisch auch ein deutlich größerer Ausbau der Offshore-Windkraft möglich wäre. Die Anlagen, die bei der nun finalisierten Ausschreibung zum Zuge kamen, sollen in den Jahren 2021 bis 2025 fertiggestellt werden.

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