Dieser Effekt war beinahe absehbar, aber sicher nicht gewünscht: Betrunkene scheinen die am 15. Juni frisch zugelassenen E-Scooter geradezu zu lieben, schließlich können sie so das Auto stehen lassen und trotzdem recht zügig nach Hause kommen. Polizeikontrollen in München zeigen, dass das Problem erhebliche Ausmaße annimmt.


Von Jakob Montrasio from Saarbrücken, Germany – Cheers!, CC BY 2.0, Link

Die erste Unfallstatistik kommt im August

Seit der Zulassung der E-Roller im öffentlichen Raum gab es schon zahlreiche Unfälle mit teilweise schweren Verletzungen. Viele Nutzer scheinen sehr ungeübt und können ihr neues Fahrzeug nur schlecht kontrollieren. Eine konkrete Unfallstatistik gibt es noch nicht, der Juni als erster Zulassungsmonat wird erst im August entsprechend ausgewertet. Die Münchner Polizei bestätigt aber, dass Menschen, die zu viel gebechert haben, gern und häufig per E-Scooter unterwegs sind. Jeden Tag greift sie über 20 alkoholisierte E-Rollerfahrer auf, die sich selbst und andere gefährden. Mehr als 1 Promille im Blut ist dabei gar nicht mal so selten. Auch illegale Drogen sind immer wieder mal im Spiel, darum schauen die Verkehrskontrolleure nun besonders genau hin.

Die 0,5-Promille-Grenze ist auch für Rollerfahrer gültig!

Für E-Scooter-Nutzer gilt die 0,5-Promille-Grenze, denn wir haben es hier nicht mit einem Spielzeug, sondern mit einem Verkehrsmittel zu tun. Ebenso wie beim Auto sind Trunkenheitsfahrten keinesfalls erlaubt, wie manche Zeitgenossen vielleicht meinen. Die Allianz Versicherung fordert schon, E-Roller-Unfälle deutschlandweit in eine eigene Statistik zu fassen, damit Sicherheitsexperten die Lage analysieren und falsche Entwicklungen rechtzeitig korrigieren können. Natürlich möchte die Versicherung diese Zahlen auch für eigene Risikoeinschätzungen nutzen: Vielleicht sind von dieser Seite demnächst auch noch diverse teure Maßnahmen zu erwarten.


E-Scooter sollen die urbane Mobilität sauber und flexibel halten. Es steht zu erwarten, dass Menschen zumindest für die Überwindung kürzerer Strecken vom Auto auf den Roller umsteigen. Als PKW-Ersatz im Fall der Trunkenheit sind sie nicht gedacht, die vermeintliche Gunst der Stunde ist hier nichts als ein Trugschluss.

Quelle: welt.de

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