Am Montag wurde der erste internationale Kohleatlas von BUND und der Heinrich-Böll-Stiftung veröffentlicht. Das 50 Seiten starke Dokument zeigt die klimaschädlichen Auswirkungen bei der Verbrennung von Stein- und Braunkohle weltweit. Die Luftverschmutzung und die Folgen der immer wieder kritisierten Kohleverbrennung haben verheerende Auswirkungen auf die Gesundheit der Menschen und die Natur.


Kohlekraftwerke sind Gift für den Menschen und das Klima

Pro Jahr kostet die Luftverschmutzung durch Kohlekraftwerke hunderttausenden Menschen weltweit das Leben. Dabei entstehen allein in Deutschland jährlich mindestens vier Milliarden Euro Gesundheitskosten. Klimaexperten sind sich einig, dass kein anderer Energieträger soviel Treibhausgas entwickelt und das Klima derart stark erwärmt, wie Kohlekraftwerke. Im Jahr werden knapp 15 Milliarden Tonnen CO2 allein durch die Verbrennung von Kohle in die Atmosphäre abgegeben. Diese und weitere Zahlen wurden im aktuellen und ersten internationalen Kohleatlas zusammengefasst. Das Dokument ist frei im Netz als PDF verfügbar und enthält akribisch recherchiertes Material. Unter anderem werden hier Fragen geklärt, wo am meisten auf der Welt Kohle gefördert wird und die großen Reserven liegen. Es wird auch aufgezeigt wer am meisten von dem Geschäft mit der Kohle profitiert und zudem erklärt, warum die Kohle ein absoluter Klimakiller ist. Darüber hinaus deckt der Kohleatlas auf wie sich die Finanzierungen und Subventionen der Kohleindustrie in Deutschland, Europa und auf der ganzen Welt zusammensetzen.


Kohlesubvention
Kohlesubventionen in Europa; Grafik: Heinrich-Böll-Stiftung, BUND (Creative Commons CC-BY-SA)

„Mit über 350 Milliarden Euro wurde das Geschäft mit der Kohle hierzulande seit 1950 staatlich subventioniert. Deutschland ist Weltmeister bei der Förderung von Braunkohle. Dabei wissen wir längst: das Kohle-Zeitalter geht zu Ende, aus klimapolitischen, gesundheitlichen und auch aus wirtschaftlichen Gründen“, so Ralf Fücks, Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung während der Vorstellung des Kohleatlas. Umweltschützer fordern eine zeitnahe Einführung einer Klimaschutzabgabe für Kohlekraftwerke.

Kohleverbrennung nimmt zu

Während in Europa und Nordamerika knapp zwei Drittel der seit 2010 geplanten Kohlekraftwerke aufgegeben beziehungsweise zurückgestellt wurden, boomt in China und Indien die Kohleförderung und auch Verfeuerung. Vor allem in China führt das zu gravierenden Luftverschmutzungen, so dass das Land zum größten CO2-Emittenten weltweit avancieren lässt. So lange Kohlekraftwerke entsprechende Subventionen erfahren und die Förderung nach wie vor lukrativ ist, werden auch CO2-ärmere Energielieferanten stets verdrängt. So haben es beispielsweise Betreiber sauberer Gaskraftwerke immer schwerer Anlagen über einen längeren Zeitraum zu betreiben.

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1 Kommentar

  1. Achmed Khammas

    10. Juni 2015 at 00:10

    Und wieder einmal kein Wort in dem Atlas – vermute ich mal – darüber, daß die gesamte Kohle (wie natürlich auch alle anderen „Brennstoffe“) e n e r g e t i s c h fast zu 100 % als ABWÄRME in der Atmosphäre landet…

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