Die ganz große Euphorie über die zunehmende Verbreitung erneuerbarer Energien ist inzwischen verflogen. Zwar wird der Ausbau immer noch von einer breiten Mehrheit unterstützt. Immer öfter wird aber auch die Frage gestellt, ob es bei der Gewinnung der erneuerbaren Energien nicht auch Risiken und Nebenwirkungen gibt. Bekanntestes Beispiel ist der Biodiesel. Zunächst als Antriebstechnologie der Zukunft gefeiert, wird er heute vermehrt kritisch gesehen. Die für die Biogasanlagen angebauten Pflanzen, besetzen Flächen, die eigentlich zum Anbau von Nutzpflanzen benötigt werden, so der Vorwurf. Aus ähnlichen Gründen geraten auch großflächige Solarparks in die Kritik. Diese entstehen oftmals auf Flächen, die ansonsten landwirtschaftlich genutzt werden könnten.


Vorteil für alle Beteiligten?

In Großbritannien hat sich der Farmer Mark Bennett nun dieses Problems angenommen und den landesweit ersten Solarpark auf Wasser gebaut. Nach seinen Angaben ist dies ein Gewinn für alle Beteiligten. Der See profitiert, weil weniger Wasser verdunstet. Die Solar-Panels werden durch das Wasser automatisch gekühlt und produzieren dadurch mehr Strom als auf dem Land installierte. Und schließlich kann der Farmer selbst seine Landflächen wieder zum Ackerbau nutzen. Allerdings ist Bennet kein ganz unvoreingenommener Kronzeuge. Zusammen mit dem französischen Unternehmen „Ciel et Terre“ hat er nämlich die Firma „Floating Solar UK“ gegründet, die die schwimmenden Solarparks in Großbritannien vertreibt.


Auf dem nun realisierten Projekt in Berkshire wurden insgesamt 800 Solar Panels verbaut, die eine Leistung von 200 Kilowatt erbringen.  Die Anzahl der installierten Panels unterliegt  dabei grundsätzlich keinerlei technischer Beschränkungen. Theoretisch sind auch deutlich größere schwimmende Solarparks denkbar. Die Größe des Wasserreservoirs dürfte hier aber einen limitierenden Faktor darstellen. Nach eigenen Angaben ist die Firma „Floating Solar US“ bereits mit mehreren großen Firmen im Gespräch, die über entsprechende Wasserflächen verfügen und an der neuen Technik interessiert sind. Interessierte Kunden, die sich nicht alleine von der Referenzanlage in Berkshire überzeugen lassen, werden dabei nach Japan verwiesen. Dort wurden schon einige – auch deutlich größere – schwimmende Solaranlagen in Betrieb genommen.

Ein einträgliches Geschäft

Dank der auch in Großbritannien fließenden Subventionen für erneuerbare Energien ist die nun installierte Anlage für den Farmer Mark Bennet aber in jedem Fall ein gutes Geschäft. Er rechnet mit Gesamtkosten von 250.000 Pfund. Diese sollen sich bereits nach sechs Jahren amortisiert haben. Bis dahin plant er mit 123.000 Pfund an Subventionen und 144.000 Pfund an eingesparten Energiekosten, weil er den Strom direkt aus seiner Wassersolaranlage bezieht. Innerhalb der nächsten zwanzig Jahre soll die Anlage so einen Gewinn von mindestens 600.000 Pfund erwirtschaften. Ob diese Zahlen sich als realistisch erweisen, bleibt abzuwarten. Kritikern der staatlichen Unterstützung für Anlagen zur Gewinnung erneuerbarer Energien, gilt der Solarpark auf dem Wasser allerdings schon jetzt als Paradebeispiel für fehlgeleitete Subventionen.

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