Der US-Geograf Esmond Martin lebte seit vielen Jahren in der kenianischen Hauptstadt Nairobi und kämpfte von dort unermüdlich gegen den illegalen Handel mit Elfenbein. Wie die kenianische Polizei mitteilte, wurde der 75-Jährige nun Tod in seiner Wohnung aufgefunden. Stichwunden am Hals deuten auf ein Verbrechen hin. Die Hintergründe sind allerdings noch unklar. Tierschutzorganisationen zeigten sich jedenfalls bestürzt über den Tod des US-Amerikaners. So twitterte „Wildlife Direct“: „Die Dickhäuter haben einen großen Kämpfer verloren“. Martins Ansatz bestand darin, verdeckte Recherchen in den Abnehmerländern von Elfenbein durchzuführen. Dadurch sollte der im Schatten stattfindende Handel in das Licht der Öffentlichkeit gezerrt werden. Im besten Fall sorgte der öffentliche Druck dann für nachhaltige Maßnahmen gegen die illegale Einfuhr.


By M. Disdero (Own work) [CC BY-SA 2.5 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5)], via Wikimedia Commons

Zuletzt schrieb Martin über Myanmar als neues Handelszentrum

Mit dieser Herangehensweise war der Geograf unter anderem in China zweimal erfolgreich: 1993 wurde im Reich der Mitte der Handel mit Rhinozeros-Hörnern verboten, Ende vergangenen Jahres folgte dann endlich auch das Ende für den Elfenbein-Handel. Beide Entscheidungen der chinesischen Regierung werden von vielen Experten unter anderem auf die unermüdliche Arbeit von Martin und seinen Mitstreitern zurückgeführt. Aber auch im Kongo, in Nigeria, in Angola, in den Vereinigten Staaten und vielen anderen Ländern recherchierte das Team im Laufe der Jahre und publizierte beständig Studien über die dortigen Machenschaften. Zuletzt hatte sich der Tierschützer zudem einem neuen Marktplatz zugewandt: Er war gerade dabei die Ergebnisse seiner Recherchen über den illegalen Handel in Myanmar nieder zu schreiben.

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Zuletzt aktualisiert am 20.07.2019

Der Handel liegt zumeist in den Händen des organisierten Verbrechens

In einigen Medien wird der Tod des legendären Tierschützers mit diesen Recherchen in Zusammenhang gebracht. Die Polizei in Nairobi hingegen geht aktuell von einem missglückten Raubüberfall aus. In jedem Fall handelt es sich um einen schwerwiegenden Verlust für die frei lebenden Elefanten in aller Welt. Denn der Handel mit Elfenbein richtet noch immer fatale Schäden an: Alleine in den letzten zehn Jahren sind rund 110.000 Elefanten durch Wilderer getötet worden. Der Markt ist zudem so lukrativ, dass er inzwischen ins Visier der organisierten Kriminalität geraten ist. So wird der Handel zumeist von international agierenden illegalen Syndikaten organisiert. Martins Arbeit hatte aber dazu beigetragen, dass immer mehr Staaten entschiedene Gegenmaßnahmen ergriffen. Es bleibt zu hoffen, dass das Werk des US-Amerikaners fortgesetzt werden kann.


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