Essen zum Mitnehmen erfreut sich in Deutschland einer immer größeren Beliebtheit. So kamen noch im Jahr 2000 auf diese Weise lediglich 110 Kilotonnen an Verpackungsmüll zusammen. Im Jahr 2015 hingegen waren es bereits 256 Kilotonnen. Seitdem dürfte sich der Wert weiter erhöht haben. Doch eine Kooperation aus Wirtschaft, Forschung und Politik könnte nun für einen interessanten Lösungsansatz sorgen. So hat die Restaurantkette Nordsee eine Zusammenarbeit mit der Hochschule Bremerhaven und dem bekannten Alfred-Wegener-Institut bekannt gegeben. Das Ziel: Eine essbare Verpackung aus Algen zu produzieren. Gefördert wird das Projekt zudem durch Gelder aus dem Bundeshaushalt. Der Zeitplan ist vergleichsweise ambitioniert: Innerhalb von zwei Jahren soll ein entsprechendes Produkt präsentiert werden können.


Foto: Nordsee

Die komplette Alge soll verwertet werden

Die Aufgabe wird allerdings durch die spezifischen Anforderungen der Restaurantkette verkompliziert. Denn natürlich darf das Essen im Inneren der Verpackung nach dem Transport nicht nach Algen schmecken oder riechen. Außerdem soll die Transportbox nicht abfärben oder schnell aufweichen. Zudem haben sich die Forscher ein weiteres Ziel gesetzt: Sie wollen die Algen komplett verwerten und nicht nur einen einzelnen Inhaltsstoff isolieren und dann nutzen. Ist die Forschungsarbeit erfolgreich, könnten die Verpackungen später gegessen oder im Biomüll entsorgt werden. Doch genau in diesem Punkt verbirgt sich aktuell noch ein Problem. Denn die meisten Sortiermaschinen der Entsorgungsunternehmen entfernen Verpackungen aus dem organischen Abfall, selbst wenn sie kompostierbar sind. Die Algenbox würde so mit dem restlichen Plastikmüll verbrannt.

Umweltschutzorganisationen fordern Mehrwegverpackungen

Je nach Art der Herstellung dürfte die Umweltbilanz allerdings dennoch deutlich besser sein als bei klassischen Einwegverpackungen aus Plastik. Die Umweltschutzorganisation BUND weist allerdings noch auf eine andere Komponente hin: Bei ökologisch abbaubaren Verpackungen sehen Verbraucher teilweise kein Problem darin, diese einfach ins Gebüsch zu werfen. Die Organisation fordert daher stattdessen, den Aufbau eines Mehrwegsystems. So weit möchte die Restaurantkette Nordsee allerdings nicht gehen. Zumindest legt das Unternehmen aber Wert auf eine lokale Komponente. Die verarbeiteten Algen sollen – wie könnte es bei dem Namen auch anders sein? – ausschließlich aus der Nordsee stammen. Studien haben zudem gezeigt, dass Algen als Nahrungsmittel für einen besseren Schlaf sorgen können.


Via: Nordsee

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