Im Dezember werden Unterhändler aus aller Welt in die polnische Stadt Katowice reisen. Dort soll eine erste Bilanz gezogen werden: Reichen die bisher eingegangenen Verpflichtungen zur CO2-Reduktion aus, um die Erderwärmung auf deutlich unter Zwei Grad Celsius zu beschränken? Dieses Ziel hatte sich die Weltgemeinschaft im Rahmen des Klimavertrags von Paris selbst gesetzt. Aktuell muss man allerdings feststellen: Es ist noch einiges zu tun. Addiert man die bisher gemachten Zusagen, reichen diese selbst im Idealfall nur aus, um den Anstieg auf drei Grad zu begrenzen. Auch die Europäische Union räumt dies ein und will daher nun schärfere Vorgaben beschließen: Bis zum Jahr 2030 sollen die CO2-Emissionen nun um 45 Prozent sinken – statt wie bisher um 40 Prozent. Als Basis dient jeweils das Referenzjahr 1990.


Erderwärmung
Foto: Global Warming. The Earth became the newest Waterworld., Andrea Della Adriano, Flickr, https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/legalcode

Erneuerbare Energien und Energieeinsparungen sind der Schlüssel

Klimakommissar Miguel Arias Cañet will diesen Punkt demnächst den Mitgliedsstaaten vorlegen und im Oktober einen entsprechenden Beschluss verabschieden. Er verweist allerdings darauf, dass damit lediglich bekannte Fakten in eine neue Form gegossen werden. Denn schon vor einigen Monaten hatten Kommission, Parlament und Mitgliedsstaaten gemeinsam die Zielvorgaben für den Ausbau der Erneuerbaren Energien und in Sachen Energieeinsparungen angehoben. Nun argumentiert der spanische Kommissar: Werden diese neu gesetzten Ziele erreicht, ergibt sich automatisch eine Reduktion um 45 Prozent. Dies auch als offizielles Ziel festzulegen wäre ein wichtiges Signal im Vorfeld der Verhandlungen in Katowice. Denn dort dürfte heftig um die Frage gerungen werden, welche Länder zusätzliche Verpflichtungen übernehmen müssen. Grundsätzlich befindet sich die EU in einer guten Position: Die Klimaziele für das Jahr 2020 wurden bereits erreicht.

Deutschland hinkt den eigenen Zielen noch hinterher

Allerdings gibt es einige Länder, die ihre Hausaufgaben erst teilweise erledigt haben. Dazu gehört auch der ehemalige Klima-Vorreiter Deutschland. Die Bundesrepublik wird die eigene Zielmarke für das Jahr 2020 deutlich unterschreiten. Geplant war eine Reduzierung um 40 Prozent, bisher wurden allerdings gerade einmal 27 Prozent erreicht. Die Bundesregierung versichert aber, dass die Marke für das Jahr 2030 – eine Reduktion um 55 Prozent – nun auf jeden Fall erreicht werden soll. Inwiefern man sich darauf verlassen kann, muss allerdings noch abgewartet werden. Klimaschützer halten indes auch die neuen EU-Ziele für zu wenig ambitioniert. Sie fordern eine Reduktion der CO2-Emissionen um 55 Prozent bis zum Jahr 2030. Dies geht den meisten EU-Politikern aber noch zu weit.


Via: The Brussles Times

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