Das Flugzeug ist noch immer das mit Abstand schnellste Transportmittel über längere Strecken. Allerdings auch das klimaschädlichste. Dieser Effekt wird zudem noch verstärkt dadurch, dass die Emissionen deutlich näher an der Atmosphäre entstehen als beispielsweise bei einer Fahrt mit dem Auto. Doch während im Straßenverkehr bereits regelmäßig Fahrzeuge mit Elektroantrieb zu sehen sind, ist dies in der Luftfahrt noch nicht der Fall. Der Grund dafür ist recht simpel: Die Batterietechnik war noch nicht weit genug. Die Firma Eviation Aircraft will dieses Problem nun aber gelöst haben. Eine weiter entwickelte Aluminium-Luft-Batterie soll ausreichend Energiedichte liefern, um ein Flugzeug anzutreiben – und rund 965 Kilometer weit zu fliegen.


Mit diesem Flugzeug soll zukünftig emissionsfrei gereist werden können. Foto: Eviation Aircraft

Sechs bis neun Passagiere sollen zukünftig emissionsfrei fliegen können

Erstmals der Öffentlichkeit präsentiert wurde der Flieger auf der Pariser Luftfahrtmesse. Die beteiligten Ingenieure gehen zudem davon aus, bereits recht weit in der Entwicklung zu sein. Denn schon im nächsten Jahr könnte das Flugzeug kommerziell vermarktet werden. Dies ist mit Abstand der ambitionierteste Zeitplan aller Unternehmen, die an reinen Elektroflugzeugen arbeiten. Inwieweit dies tatsächlich realistisch ist, bleibt aber abzuwarten. Elektroflugzeuge hätten den Vorteil, dass sie Flüge ohne Klimaemissionen ermöglichen würden – zumindest wenn die Batterie durch Erneuerbare Energien gespeist wird. Neben zwei Besatzungsmitgliedern sollen in dem Flugzeug zukünftig zwischen sechs und neun Passagiere Platz finden. Es wurde also nicht für Urlaubsreisen konzipiert, sondern ist eher für Geschäftsflüge gedacht.

Das Elektroflugzeug muss noch von den Behörden zugelassen werden

Dies bestätigt auch Omer Bar-Yohay, Vorstandschef von Eviation Aircraft: „Egal ob es sich um einen emissionsfreien und kostengünstigen Flug vom Silicon Valley nach San Diego oder von Seoul nach Peking handelt, unser vollständig elektrisches Flugzeug bietet den Menschen eine Chance mit der Geschwindigkeit und Bedeutung zu reisen, die die Weltwirtschaft heute erwartet“, so der Manager. Im besten Fall sorgen die Flugzeuge also für eine Zeitersparnis bei Geschäftsreisen und schonen gleichzeitig das Klima. Bevor es soweit ist, müssen allerdings die zuständigen Aufsichtsbehörden noch ihre Zustimmung erteilen. Dabei dürften vor allem die Sicherheitsvorkehrungen eine Rolle spielen – ein leerer Akku in der Luft muss beispielsweise ausgeschlossen werden können.


Via: Inhabitat

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3 Kommentare

  1. Helmut Fitz

    26. Juni 2017 at 18:26

    Warum müssen elektrisch betriebene Transportmittel ihren Strom immer aus erneuerbaren Energien gewinnen? Das kann doch kein Argument für die (Nicht-) Verbreitung dieser Geräte sein! Alleine schon die Tatsache, dass lokal keine Emissionen erfolgen sind Grund genug für die Verwendung dieser Technologie. Oder wird beim Vergleich mit Benzinern auch gefragt, woher der Strom für die Raffinerie kommt? Wenn das so weiter geht, wird man als nächstes verlangen, dass die kompletten Herstellungs- und Transportprozesse für E-Autos (bzw. Flugzeuge) mit erneuerbaren Energien erfolgen muss – so sehr dies natürlich wünschenswert wäre, aber eben kein Alleinstellungsmerkmal elektrisch betriebener Fahrzeuge sein darf.

    Und warum muss plötzlich „ein leerer Akku in der Luft“ ausgeschlossen werden können? Ich wüsste nicht, dass ein leerer Treibstofftank „ausgeschlossen“ werden kann! Das ist alles eine Frage der Flugvorbereitung.

    Warum wird für elektrisch betriebene Fahrzeuge immer ein anderer Maßstab verwendet?

  2. Richard Fritz

    27. Juni 2017 at 00:29

    Eine Aluminium-Luft-Batterie ist laut Wikipedia nicht wieder aufladbar :/

    Also ist die Logistik dahinter interessanter.

    wird wohl mehr ein Prestige_Vorhaben sein.

  3. Matthias Paschke

    27. Juni 2017 at 01:10

    Sorry, heutige Flugzeuge verbrauchen weniger Treibstoff als die sparsamsten Verbrenner pro Passagier und Flugkilometer

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