Etwa 200.000 Dollar kostet es, den gesamten Körper nach dem Tod einfrieren und in diesem Zustand auf unbestimmte Zeit lagern zu lassen. »Nur« 80.000 Dollar werden fällig, wenn sich der Klient dafür entscheidet, ausschließlich das vermeintlich wichtigste Organ, das Gehirn, konservieren zu lassen. Einige Menschen sehen die Kryostase als ihre Chance, den Tod zu überwinden – falls es in Zukunft eine Technik der Wiederbelebung gibt.


Von Uwe und LukasEigenes Werk, CC BY-SA 4.0, Link

Zerstörungsfreies Einfrieren ist kaum möglich

Eines wissen die Wissenschaftlicher heute ganz genau: Umso komplexer ein Organ ist, desto schwieriger gestaltet sich das zerstörungsfreie Einfrieren. Spermien sind relativ leicht zu konservieren, sie sind klein und enthalten außerdem nur wenig Flüssigkeit. Bei Eizellen geht schon eher etwas schief, weil sie relativ groß geraten sind und zu einem beträchtlichen Teil aus Wasser bestehen. Noch schwieriger wird es, wenn hochkomplexe Strukturen in den Kälteschlaf geschickt werden sollen, denn dann müsste jedes Element eigentlich im eigenen Tempo unter speziellen Bedingungen eingefroren werden. Eines darf dabei keinesfalls passieren: Es dürfen sich keine Eiskristalle bilden, die so scharf sind, dass sie zarte Zellmembranen zerstören können. Einen ganzen menschlichen Körper zerstörungsfrei einzufrieren ist unter den Voraussetzungen schon eine echte Kunst.

Die Blut-Hirn-Schranke wird beim Einfrieren zerstört

Bei der heutigen Kryostase werden Frostschutzmittel verwendet, um der Bildung von Eiskristallen vorzubeugen. Diese injiziert der Mediziner in den gerade verstorbenen Körper. Da die Substanzen giftig sind, müsste man sie während des Auftauens zügig wieder entfernen – und zwar aus sämtlichen Zellen: ein echtes Problem. Diejenigen Zerfallsprozesse, die in den Minuten oder Stunden nach dem Tod bereits eingesetzt haben, lassen sich wahrscheinlich auch nicht mehr rückgängig machen. Außerdem litten die meisten Eingefrorenen vor ihrem Ableben unter schweren Krankheiten, die es erst einmal zu besiegen gilt, bevor es ans Weiterleben geht. Die meisten heutigen Forscher zweifeln stark daran, dass der Kälteschlaf eines Tages doch zum ewigen Leben führt. Schon allein die Tatsache, dass die sensible Blut-Hirn-Schranke beim Einfrieren regelmäßig zerstört wird, gilt allgemein als Ausschlusskriterium.


Fazit: Spart euch also lieber die 200.000 Dollar, falls vorhanden, und lebt dieses eine Leben in vollen Zügen. Und: Echte Sinnsuche kann dabei sicher nicht schaden.

Quelle: quarks.de

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