Ferdinand Dudenhöffer leitet das Center Automotive Research (CAR) an der Universität Duisburg-Essen und gilt als einer der renommiertesten Auto-Experten des Landes. In einer neuen Marktstudie hat er sich nun mit dem Thema Elektromobilität in Deutschland beschäftigt und zunächst einen Blick zurückgeworfen. Demnach war die Marke Smart auf dem deutschen Markt im vergangenen Jahr am erfolgreichsten und verkaufte 7.030 reine Elektroautos. Es folgten der VW-Konzern mit 6.420 Fahrzeugen sowie Renault mit 5.150 Autos. Die Zahlen zeigen schon: Der Anteil der E-Autos am Gesamtmarkt bleibt auch weiterhin sehr gering. Dennoch sieht Dudenhöffer im nächsten Jahr den Beginn der schon oftmals angekündigten Zeitenwende. Verantwortlich dafür sind ihm zufolge vor allem zwei Gründe: Ein neues Modell und eine Änderung der Steuergesetzgebung.


Tesla Motors - Elektroautos
In Deutschland noch eher selten zu finden, weltweit aber mit steigenden Verkaufszahlen: Autos mit Elektroantrieb.

Tesla könnte zum Marktführer in Deutschland aufsteigen

So traut der Auto-Experte dem Tesla Model 3 zu, schon im nächsten Jahr zum meistverkauften Elektroauto in Deutschland zu werden. Er kalkuliert mit rund 20.000 ausgelieferten Exemplaren des neuen Mittelklassewagens. Eine Einschränkung wird allerdings auch gemacht: Voraussetzung ist natürlich, dass die Produktion auch tatsächlich weiter auf Hochtouren läuft und die Lieferungen nach Deutschland sich nicht weiter verzögern. Trifft dies zu, könnte Tesla auf einen Schlag alle deutschen Autohersteller auf deren Heimatmarkt weit hinter sich lassen. Begünstigt wird diese Entwicklung durch eine Änderung des Steuerrechts. Bei Dienstwagen mit Elektroantrieb müssen zukünftig nur noch 0,5 Prozent des Listenpreises als geldwerter Vorteil versteuert werden. Für alle anderen Autos gilt hingegen weiterhin der Wert von 1,0 Prozent.

Den chinesischen Herstellern scheint die Zukunft zu gehören

Insbesondere bei teuren Autos kann dies pro Monat einen nicht unerheblichen Unterschied machen. Der Verkauf von Dienstwagen hat für die Hersteller traditionell eine große Bedeutung. Alleine im vergangenen Jahr wurden deutschlandweit rund 800.000 Firmenwagen verkauft. Langfristig dürfte aber nicht nur Tesla zum Konkurrenten für die deutschen Automobilfirmen werden. Vielmehr sind es chinesische Hersteller, die aktuell die besten Zukunftsaussichten zu haben scheinen. Der Grund dafür liegt vor allem im riesigen chinesischen Markt, der – nicht zuletzt aufgrund staatlicher Regulierung – von einheimischen Herstellern dominiert wird. Diese Ausgangsposition könnten die Firmen wiederum nutzen, um später auch einmal in Europa groß anzugreifen. Die deutschen Autohersteller scheinen die Zeichen der Zeit allerdings inzwischen erkannt zu haben: Sowohl VW als auch Mercedes kündigten zuletzt Milliardeninvestitionen im Bereich der Elektromobilität an.


Via: Wiwo

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