Das Volk hat gesprochen und die Politik reagiert: EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Junker will europaweit die dauerhafte Sommerzeit einführen. Anlass für diese Entscheidung war eine nicht repräsentative Online-Befragung, an der mehr als vier Millionen EU-Bürger teilgenommen haben. Wissenschaftler betrachten den Plan allerdings durchaus mit einer gewissen Portion Skepsis. Denn dies würde bedeuten: Im Winter bleibt es am Morgen noch deutlich länger dunkel als ohnehin schon. Schüler etwa müssten mit sechs zusätzlichen Wochen rechnen, in denen sie sich noch in der Dunkelheit auf den Weg machen müssen. Ohne Tageslicht wird der Mensch aber schlechter wach, was die Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit beeinflusst. Gleichzeitig bliebe es aufgrund der dauerhaften Sommerzeit Abends länger hell, sodass die Produktion des Schlafhormons Melatonin erst verspätet einsetzt. Das Ergebnis: Eine chronische Dauermüdigkeit.


Die „Normalzeit“ wird von den Forschern präferiert

Die Forscher rund um Till Roenneberg vom Institut für Medizinische Psychologie der Universität München verweisen daher auch auf einen verzerrenden Effekt der Umfrage: Diese habe im Sommer statt gefunden, wo es ohnehin schon viele Sonnenstunden gibt. Das Thema Dunkelheit am Morgen sei den Menschen daher nicht so präsent gewesen. Sie gehen davon aus, dass eine Befragung im Winter durchaus zu einem anderen Ergebnis hätte führen können. Aus wissenschaftlicher Sicht scheint ohnehin klar zu sein: Die „Normalzeit“ ist am besten auf den menschlichen Bio-Rhythmus und den ständigen Wechsel von Tag und Nacht abgestimmt. Eine Umstellung auf eine dauerhafte Sommerzeit hingegen könnte die Wahrscheinlichkeit von Diabetes, Depressionen sowie Schlaf- und Lernproblemen erhöhen. Letztlich entscheiden aber weder EU-Kommissionspräsident Juncker noch Wissenschaftler über die Frage nach der dauerhaften Sommerzeit.


Rund ein Drittel der Bevölkerung reagiert sensibel auf die Zeitumstellung

Denn die Europäische Union kann lediglich die jährliche Zeitumstellung abschaffen. In welche Zeitzone die einzelnen Staaten sich dann aber einordnen, bleibt den nationalen Regierungen überlassen. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat in dieser Frage bisher keine Tendenz erkennen lassen. Die Frage ist allerdings für rund ein Drittel der Bevölkerung von großer Bedeutung. Denn diese sogenannten sensiblen Schläfer reagieren sehr stark auf äußere Einflüsse und haben daher die größten Probleme, wenn die natürliche Uhr und die Uhr an der Wand nicht mehr synchron sind. Ein Drittel der Bevölkerung hingegen schläft schlicht immer gut, während das letzte Drittel auch unabhängig von der Zeit-Thematik mit Schlafproblemen zu kämpfen hat. Ein Termin bleibt zudem auf jeden Fall noch: Am 28. Oktober werden die Uhren noch einmal eine Stunde zurückgestellt.

Via: DGSM (PDF)

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3 Kommentare

  1. Sebastian Böttcher

    13. September 2018 at 09:50

    Warum nicht eine dauerhafte Winterzeit? So würde es im Sommer abends früher dunkel werden. Das wäre für das abendliche Einschlafen doch auch nicht verkehrt, oder? Gegen die frühe Sonne im Sommer würde ein Rollo im Schlafzimmer helfen.

  2. blackcrack

    13. September 2018 at 12:53

    mal dumme frage, wie haben das unsere Vorfahren gemacht..
    Ich kann auch forschen und dann bin ich ein forscher..
    aber so n „angstmachquatsch“ ist ja schon eklatant !
    Und was Halten denn eigendlich Kühe, Schweine und Hühner von dem Quatsch.. okey, dann lassen wir mal das Nutzvieh ausen vor..

    Wo bitte schön ist das draußen in der Natur geregelt.. normalerweise ist der Winter eine Pausezeit wo sich andere Ereignisse stattfinden.. Nur der Mensch meint, er müsste was besonderes machen ..

    Die dauernde Zeitzustellung verwirrt nur die innere Uhr und man kann beim Aufstehen ein Licht an ner Zeitschaltuhr anschließen, dann passt das auch zum Aufstehen.. Immer wenn ich so etwas in den letzten Tagen lese muss ich unwillkürlich mit dem Kopf leicht schütteln….

    Und dann auch noch von Forschern.. ohum… bitte!!!..
    Lasst den Schwachsinn anderen Leuten so etwas auf zu drücken.
    Denn die Zeitumstellung ist wieder der Natur..

    liebe Grüße
    Blacky

  3. David Kummer bGE

    13. September 2018 at 16:19

    Also die sogenante „“Normalzeit““, ist doch sowieso in jedem Ort verschieden. Vor allem da es schon lange gang und gebe ist, sich an „“Mitteleuropäische Zeit““ zu halten. Hier spielen wirtschafftliche Interessen eine viel höhre als menschliche.
    Wenn die Aussagen der Wissenschafftler zutreffen, dann müsten wir für JEDEN Ort in Europa eine eigne Zeit haben. Ob das nun paar Sekunden oder Stunden sind, spielt dann ja keine Rolle mehr.

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