Gerade erst hat die sogenannte Kohlekommission mühsam einen Kompromiss erzielt. Demnach wird das letzte entsprechende Kraftwerk in Deutschland im Jahr 2038 vom Netz gehen. Im Gegenzug sollen die Stromkunden und die betroffenen Regionen von massiven staatlichen Subventionen profitieren. Doch das „Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung“ warnt nun: Der Kohleausstieg könnte noch scheitern. Der Grund dafür ist recht simpel. Aktuell sorgen die Kohlekraftwerke in Deutschland für eine Leistung von 45 Gigawatt. Den Plänen der Kommission zufolge soll dieser Wert bis zum Jahr 2030 auf nur noch 17 Gigawatt sinken. Klar ist aber auch: Möglich ist dies nur, wenn der benötigte Strom dann aus anderen Quellen gewonnen wird. Doch der Ausbau der Erneuerbaren Energien schreitet dafür zu langsam voran.


Kohle
Foto: Coal power-plant and oilseed rape, martin, Flickr, CC BY-SA 2.0

Die Windenergie muss deutlich schneller ausgebaut werden

Verdeutlichen lässt sich dies am Beispiel der Windkraft. Im vergangenen Jahr wurden lediglich Windräder mit einer Gesamtkapazität von 2,4 Gigawatt neu ans Netz angeschlossen. Damit wurde sogar das nicht besonders ambitionierte Ziel der Bundesregierung von 2,9 Gigawatt noch unterschritten. In diesem Jahr soll der Zubau zudem noch einmal deutlich geringer ausfallen. Die Experten des DIW hingegen halten bei Windkraftanlagen an Land jährlich neue Kapazitäten in Höhe von 4,3 Gigawatt für nötig. Warum aber werden so wenige neue Windräder gebaut? Die Gründe dafür sind vielfältig. Zum einen wurden die einfachen Projekte bereits realisiert. Neue Anlagen können daher oftmals nur noch an umstrittenen oder technisch aufwändig zu realisierenden Standorten errichtet werden.

Gas oder Kohle statt Ökostrom?

Außerdem wurde das Fördersystem umgestellt. Anders als früher wird den Betreibern kein fester Abnahmepreis mehr garantiert. Stattdessen werden Windparks ausgeschrieben und der günstigste Betreiber erhält dann den Zuschlag. Bisher allerdings halten sich viele Firmen bei den Ausschreibungen noch zurück. Doch was passiert, wenn 2030 nicht genug Ökostrom zur Verfügung steht? Grundsätzlich gäbe es dann zwei Alternativen. Zum einen könnten die vorhandenen Kohlekraftwerke doch länger als geplant genutzt werden. Allerdings ist fraglich, ob die Politik den mühsam gefundenen Kompromiss tatsächlich noch einmal aufschnüren will. Alternativ könnten daher auch mehr Gaskraftwerke zum Einsatz kommen. Diese verursachen allerdings auch CO2-Emissionen, sodass dadurch die deutschen Klimaschutzziele in weite Ferne rücken würden.


Via: Der Spiegel

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping
Tags

1 Kommentar

  1. Vedder

    24. März 2019 at 11:10

    Das Ziel ist problemlos erreichbar, wenn mehr PV (Energieplatten) an und auf Gebäuden installiert werden, um das Sonnenlicht, was gratis ist, selbst genutzt wird für den Eigenverbrauch. Zugleich wird ein Beitrag für die Gesundheit und Umwelt geleistet. Dafür könnte eine Steuerliche Erleichtrung einsetzen, indem die Anlagen mit bis zu 50% abzuschreiben sind. Immerhin erschaffen dese Menschen einen emsen Beitrag für die GeseÄlschaft.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.