Am Kottbusser Damm in Berlin reiht sich ein Geschäft an das nächste. Der schmale Eingang des Kinos Moviemento kann daher leicht übersehen werden. Filmfreunde allerdings wissen das kleine Kino mit drei Sälen sehr zu schätzen. Denn dort laufen nicht nur große Blockbuster, sondern auch zahlreiche Independent-Filme. Außerdem bietet das Kino eine gern genutzte Location für kleinere Filmpremieren und andere außergewöhnliche Veranstaltungen. Auch aus historischer Sicht besitzen die Räumlichkeiten eine Besonderheit: Es handelt sich um das älteste noch aktive Kino in Deutschland. Seit 1907 werden dort regelmäßig Filme gezeigt. Doch diese lange Tradition könnte nun ein jähes Ende finden. Denn den Betreibern droht eine saftige Erhöhung der Miete – wodurch sich das Kino nicht mehr wirtschaftlich betreiben ließe.


Bild: Fridolin freudenfett [CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)]

Der Kaufpreis könnte nur über höhere Mieten wieder eingespielt werden

Der Hintergrund: Das Gebäude, in dem sich neben dem Kino noch weitere Gewerbeflächen befinden, soll verkauft werden. Als Kaufpreis wurde dabei die stolze Summe von zwei Millionen Euro aufgerufen. Ein solcher Betrag würde sich aber nur rentieren, wenn anschließend die Mieten in dem Haus stark erhöht werden. Die Betreiber des Kinos gehen aktuell davon aus, dass in einem solchen Fall zukünftig vier bis fünf Mal so viel verlangt werden müsste wie bisher. Weil dies für das kleine Kino nicht zu stemmen wäre, würde dies das Ende der mehr als hundertjährigen Tradition bedeuten. Doch ganz so leicht wollen sich die Macher nicht geschlagen geben: Sie haben eine Crowdfunding-Kampagne ins Leben gerufen und wollen das Gebäude nun selbst erwerben.

Verhandlungen sollen die benötigte Summe reduzieren

Die Aufgabe ist allerdings gewaltig: Aus eigenen Ersparnissen und durch Zusagen aus dem Freundeskreis konnten bisher schon 400.000 Euro aufgebracht werden. Demzufolge müsste die Masse an Filmfans und Kinoliebhabern nun noch einmal 1,6 Millionen Euro zusammenbringen. Im Gegenzug gibt es allerdings auch durchaus attraktive Dankeschöns. Außerdem setzen die Macher noch auf Verhandlungen mit dem bisherigen Eigentümer des Gebäudes. Dabei handelt es sich aber nicht um eine Privatperson, sondern die Firma Delta Vivum Berlin GmbH. Genau dies könnte sich nun als Glücksfall erweisen. Denn das Unternehmen gehört mehrheitlich der Deutsche Wohnen SE. Dort wiederum dürfte man im Zuge der Diskussionen um eine Enteignung kein Interesse an zu vielen Negativ-Schlagzeilen haben. Es ist daher nicht ausgeschlossen, dass beim Kaufpreis noch ein gewisser Spielraum nach unten existiert.


Via: Startnext

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