Eine Gehirnerschütterung ist selbst für Fachpersonal gar nicht so einfach zu diagnostizieren. So kehrte der deutsche Christoph Kramer im WM-Finale 2014 nach einer Behandlungspause zunächst zurück aufs Feld. Erst als er dort den Schiedsrichter mit merkwürdigen Fragen traktierte, wurde er schließlich doch ausgewechselt. Dabei kann eine nicht erkannte Gehirnerschütterung im Sport schlimme Folgen haben. Langzeitstudien aus dem Eishockey und dem American Football belegen dies. In den Vereinigten Staaten wurde daher nun das EyeGuide Focus System entwickelt. Damit sollen auch Hobbytrainer und Übungsleiter in die Lage versetzt werden, innerhalb weniger Sekunden eine Gehirnerschütterung zu diagnostizieren.


Eine Analyse der Augenbewegungen gibt Aufschluss

Auch bisher gab es dazu schon technische Unterstützung – beispielsweise die App „HeadCheck“. Diese ist aber darauf angewiesen, dass der Spieler seine Symptome korrekt beschreibt. Das EyeGuide System hingegen basiert auf einer Analyse der Augenbewegungen. Dazu muss vor der Saison mit allen Spielern ein erster Test absolviert werden, bei dem die Augen im Wesentlichen einem weißen Punkt folgen, der in Achterlinien kreist. Für jeden Spieler werden dann die Ergebnisse dieses ersten Tests gespeichert. Besteht nun in einem Spiel der Verdacht einer Gehirnerschütterung, muss der Spieler den Test an der Seitenlinie einfach wiederholen. Erkennt das System dabei signifikante Abweichungen, sollte der Spieler keinesfalls aufs Feld zurückkehren und stattdessen einen Arzt aufsuchen.


Auch die Genesung kann überwacht werden

Logischerweise kann das System nicht nur bei akuten Fällen eingesetzt werden, sondern auch um zu erfahren, wann ein Spieler sich vollständig von einer Gehirnerschütterung erholt hat. Dabei wird der Test schlicht regelmäßig wiederholt bis sich ein zufriedenstellendes Ergebnis einstellt. Für Hobbyteams ist die Anschaffung des EyeGuide Focus allerdings vergleichsweise teuer. Bei der aktuell laufenden Indiegogo-Kampagne kostet ein System stolze 1.500 Dollar. Einmal gekauft entstehen dann allerdings keine weiteren Kosten – es können beliebig viele Tests durchgeführt werden.

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