Indonesien produziert im Jahr 3,2 Millionen Tonnen an Plastikmüll. Global betrachtet liegt das Land damit auf einem traurigen zweiten Platz: Nur China kommt auf einen noch höheren Wert. Verschlimmert wird die Problematik dadurch, dass rund ein Viertel davon schlicht im Meer landet. Dort stellt der Abfall dann eine Gefahr für die Tierwelt und das Ökosystem dar. Diese Problematik wird inzwischen auch in Indonesien immer stärker wahrgenommen. So reinigten zu Beginn des Jahres bereits tausende Freiwillige die Strände der Ferieninsel Bali. Nun wurde eine ähnliche Aktion unter dem Motto „Face the Sea“ landesweit durchgeführt. Insgesamt 20.000 Helfer machten sich auf, um die Strände des Landes von Müll zu befreien und gleichzeitig die Aufmerksamkeit für das Problem zu erhöhen.


„Face the Sea“ macht den Menschen die Problematik bewusst

Denn grundsätzlich gilt natürlich: Es ist immer besser, erst gar keinen Plastikmüll zu produzieren – oder diesen zumindest fachgerecht zu entsorgen. Die regelmäßige Reinigung der Strände ist daher nur eine Notlösung, die eigentlich nicht von Dauer sein sollte. Dies gilt ebenso für Pläne, die vorsehen, den Abfall in großem Stil wieder aus den Ozeanen zu fischen. Hier warnte ein Experte kürzlich sogar: Dadurch könnte die gesamte Nahrungskette durcheinander geraten. Trotzdem sind Initiativen wie „Face the Sea“ wichtig, weil dadurch der achtlos weggeworfene Plastikbeutel nicht einfach aus dem Gedächtnis verschwindet, sondern als Teil eines großen Problems sichtbar wird. Indonesiens Regierung befindet sich hingegen noch auf einer Art Schlingerkurs beim Versuch, den Plastikmüll zu reduzieren.


Plastiktüten sind weiterhin ein großes Problem

So wurde vor rund zwei Jahren eine Steuer auf Plastiktüten eingeführt. Diese war grundsätzlich auch bitter nötig. Immerhin verbrauchen die Einwohner des Landes mehr als zehn Milliarden Tüten im Jahr. Der Erfolg der Maßnahme wurde auch bereits nach kurzer Zeit sichtbar: Innerhalb von drei Monaten reduzierte sich die Nutzung um die Hälfte. Lokale Händler beschwerten sich allerdings über Umsatzeinbußen, sodass die zusätzliche Abgabe inzwischen wieder abgeschafft wurde. Dennoch hat die Regierung ambitionierte Ziele ausgegeben: Die Menge an Plastikmüll soll im Laufe der nächsten sieben Jahre um 70 Prozent reduziert werden. Konkrete Maßnahmen wurden bisher aber noch nicht beschlossen. Die Unterstützung vieler Freiwilliger dürfte der Regierung aber sicher sein.

Via: Inhabitat

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.